Ende September 2017 gab es in Zürich 221 553 Wohnungen. Davon waren rund 8400 Zweitwohnungen. Die Zahl stellt eine Annäherung dar, wie an einem Mediengespräch im Hochbaudepartement diese Woche ausgeführt wurde. Denn wie eine Wohnung genutzt wird, ist nicht meldepflichtig. Die Stadt kann aber seit 2016 Einwohner- und Wohnungsregister abgleichen, wie Urs Rey von Statistik Zürich erklärte. Als Zweitwohnung gilt eine Bleibe, in der meldetechnisch keine Person niedergelassen ist.

In der Stadt Zürich kommt das gehäuft vor in den Quartieren Hochschulen und Lindenhof, wo der Anteil Zweitwohnungen bei 20 Prozent liegt. In den Quartieren City und Rathaus liegt er bei 15 respektive 11 Prozent. Überdurchschnittlich mit 5 Prozent ist er auch in den zentralen Quartieren am See sowie am Zürichberg. Hier will der Stadtrat die Entwicklung genauer beobachten, wie er mitteilte. Für die Stadt als Ganze sieht er keinen unmittelbaren Handlungsbedarf. Er will aber mit dem Kanton ausloten, ob eine flächendeckende Abgabe auf Zweitwohnungen möglich wäre.

Die Stadtregierung stützt sich in ihrer Einschätzung auf einen Bericht der Firma Fahrländer Partner Raumentwicklung. Der Auftrag an diese erging indirekt durch den Gemeinderat, der Ende 2016 einen stadträtlichen Motionsbericht zurückgewiesen hat. Die Motion war einst von Niklaus Scherr (AL) eingereicht worden. Dem Motionär war es einst darum gegangen, die Anrechnung von Hotels und Business-Appartements an den Wohnanteil bei Neubauvorhaben wie etwa in der Europaallee zu unterbinden.

Dieses Anliegen lehnte der Stadtrat ab. Damit liefen viele Hotels Gefahr, nachträglich baurechtswidrig zu werden, argumentierte er. Der Gemeinderat ging darauf nicht weiter ein. Er verlangte stattdessen eine Auslegeordnung, welche die Begriffe klärt, Daten ausweist und mögliche Lenkungsinstrumente aufzeigt.

Airbnb als neuer Player

Der Klärungsbedarf ergab sich auch daraus, dass mit der US-Firma Airbnb ein weiterer Akteur in den Markt eingetreten war. Der Bericht weist hierzu nun Daten auf – soweit solche erhältlich waren, wie Rainer Marti von Fahrländer Partner sagte. Zu drei Zeitpunkten 2017 erfasst, waren auf der Plattform durchschnittlich 2500 Übernachtungsangebote abrufbar.

Davon entsprachen rund 60 Prozent der Kategorie «Ganze Unterkunft», waren also nicht nur ein Zimmer zur Mitbenützung. Sie machten 0,67 Prozent des Wohnungsangebotes in der Stadt aus, in Zentrumslage waren es 3 Prozent. Im Hochschulquartier war der Anteil mit 6,9 Prozent am höchsten. Das ist beachtlich, im Vergleich zu anderen Städten aber doch eher bescheiden, wie Marti einschränkte. In Lissabon etwa wird in den touristisch attraktiven Altstadtquartieren von einem Airbnb-Anteil von 33 Prozent ausgegangen.

Von den 8400 Stadtzürcher Zweitwohnungen weist der Bericht rund 6650 als private Zweitwohnungen aus, die restlichen rund 1750 Einheiten sind bewirtschaftete Wohnungen ohne registrierte Bewohner. Unter Letztere fallen auch die Businessappartements. Teils sind sie in grösseren Gebäuden konzentriert, zum Beispiel in den Swiss Star Towers in Seebach mit 92 Apartments oder bei Vision Apartments in Wiedikon mit 190 Apartments.

Mischformen möglich

Weitere Businessappartements dürften laut Bericht hinzukommen. Das Wachstum bei Airbnb wird sich eher verlangsamen, an zentralen Lagen hält der Druck aber an. Der Bericht geht insgesamt von einem leichten Anstieg bei den Zweitwohnungen aus. Prozentual werde sich ihr Anteil aber nicht erhöhen, da das Wohnungsangebot insgesamt steigt.

Statistisch nicht als Wohnnungen geführt werden Hotelzimmer. Hunderte werden nächstens dazukommen, gab Marti zu bedenken. Die Konkurrenz unter den unterschiedlichen Beherbergungsanbietern werde zu Mischformen führen, sagte er. Prognosen, wie der Markt in wenigen Jahren aussehe, seien entsprechend schwierig.