Im Zürcher Stadtrat kommt es zu einer grossen Rochade: Die neugewählte Karin Rykart (Grüne) übernimmt das Sicherheitsdepartement. Der bisherige - politisch umstrittene - Departementsvorsteher Richard Wolff (AL) wechselt ins Tiefbau- und Entsorgungsdepartement von Filippo Leutenegger (FDP), der wiederum ins Schul- und Sportdepartement rückt.

Filippo Leutenegger über seinen unfreiwilligen Wechsel ins Schul- und Sportdepartement.

Filippo Leutenegger über seinen unfreiwilligen Wechsel ins Schul- und Sportdepartement.

Grosse Rochade im Zürcher Stadtrat: Fünf der insgesamt neun Departemente erhalten einen neuen Vorsteher oder eine neue Vorsteherin.

Die beiden weiteren neuen Stadträte übernehmen zwei nach Rücktritten freigewordene Ressorts: Andreas Hauri (GLP) wird dem Gesundheitsdepartement vorstehen, Michael Baumer (FDP) den Industriellen Betrieben, wie der Stadtrat am Mittwoch mitteilte.

Die übrigen bisherigen Stadträtinnen und Stadträte bleiben in ihren Departementen: André Odermatt (SP) ist weiterhin Vorsteher des Hochbaudepartements, Raphael Golta (SP) Vorsteher des Sozialdepartementes und Daniel Leupi (Grüne) Vorsteher des Finanzdepartements. Als Stadtpräsidentin am 4. März bestätigt wurde Corine Mauch (SP).

Bei den Gesamterneuerungswahlen vom 4. März waren drei neue Stadträte gewählt worden. Bei dieser Zahl sei es fast nicht möglich gewesen, dass alle ihr Wunschdepartement bekämen, sagte Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) am Mittwoch vor den Medien.

Stadtpräsidentin Corinne Mauch zur grossen Rochade im Zürcher Stadtrat.

Stadtpräsidentin Corinne Mauch zur grossen Rochade im Zürcher Stadtrat.

  

Zwei der bisherigen Stadträte waren denn am Mittwoch über die Verteilung der Departemente sichtlich enttäuscht. Richard Wolff von der Alternativen Liste (AL) war bei seiner Wahl vor fünf Jahren zum Sicherheitsvorsteher gemacht worden - gegen seinen Wunsch, wie er am Mittwoch sagte.

Inzwischen habe er das Sicherheitsdepartement "sehr gern bekommen". Nun wird er wieder gegen seinen Wunsch versetzt und zwar ins Tiefbau- und Entsorgungsdepartement (TED). Grund dafür ist die Befangenheit von Wolff beim Dossier Koch-Areal, wie Corine Mauch sagte. Wolff musste vor knapp zwei Jahren das Dossier abgeben, da seine beiden Söhne im besetzten Koch-Areal verkehrten.

Ebenfalls gegen seinen Willen versetzt wird Filippo Leutenegger (FDP). Der heutige TED-Vorsteher muss ins Schul- und Sportdepartement wechseln. Eine Mehrheit des Gesamtstadtrats will das wichtige Dossier Verkehr nicht in bürgerlichen Händen lassen.

Leutenegger verbarg denn auch sein Missfallen an diesem "politischen Entscheid" nicht, wie er sagte: Er nehme diesen Schritt zur Kenntnis, das Vertrauen habe aber gelitten. Er habe immer versucht, möglichst unideologisch zu agieren.

Knatsch im Zürcher Stadtrat: Richard Wolff wird die Polizei entzogen

Knatsch im Zürcher Stadtrat: Richard Wolff wird die Polizei entzogen

Die Departementsverteilung für den Zürcher Stadtrat lief nicht in Minne ab. Gleich zwei Stadtratsmitglieder wurden am Mittwoch gegen ihren Willen in ein anderes Departement versetzt. Sicherheitsvorsteher Richard Wolff (AL) muss neu das Tiefbauamt übernehmen. Zum Verhängnis wurde ihm seine Befangenheit beim besetzten Koch-Areal, in dem auch seine Söhne verkehren sollen. Wolff reagierte enttäuscht auf den Entscheid des Kollegiums.

GLP neu im Stadtrat

Von den neu gewählten Stadträten übernimmt Andreas Hauri (GLP) das Gesundheits- und Umweltdepartement (GUD). Er hatte bereits im Vorfeld der Wahlen klar gemacht, dass ihn dieses Departement reizen würde. Die GLP ist mit Hauri erstmals in der Zürcher Stadtregierung vertreten.

Karin Rykart (Grüne) wird neue Sicherheitsvorsteherin. Dies sei vielleicht auf den ersten Blick eine Überraschung, sagte Rykart. Sie habe aber unter anderem Kriminologie studiert und damit eine gewisse Affinität. Wie bereits im Vorfeld gemunkelt, übernimmt der neu gewählte Michael Baumer (FDP) die Industriellen Betriebe von Andres Türler (FDP).

Keinen Wechsel gibt es bei den Stadträten Raphael Golta (SP), André Odermatt (SP) und Daniel Leupi (Grüne). Golta bleibt Vorsteher des Sozialdepartements, Odermatt Vorsteher des Hochbaudepartements und Leupi Vorsteher des Finanzdepartements. Bereits klar war nach den Wahlen die Besetzung des Stadtpräsidiums: Es bleibt bei Corine Mauch (SP).