Zürich
Zwei Drittel der Bevölkerung kennen die Opferhilfe nicht – Kampagne «#zukrass» soll Betroffene ermutigen

Seit 25 Jahren ist das Opferhilfegesetz in Kraft - doch nur ein Drittel der Bevölkerung hat schon von ihm gehört. Dies sei besorgniserregend, hält die Zürcher Direktion der Justiz und des Innern fest und lanciert eine Informationskampagne.

Drucken
Teilen

Die Kampagne trägt den Titel "#zukrass" und soll Opfer ermutigen, sich zu melden. Im Zentrum stehen vier Videoclips, die Opfersituationen und den Umgang der Betroffenen damit beispielhaft zeigen, wie die zuständige Direktion am Dienstag mitteilte.

Leistungen unter dem Titel Opferhilfe führen gemäss Mitteilung dazu, dass die psychische Beeinträchtigung von Opfern von Gewalttaten verringert werden könne. Deshalb sei es besorgniserregend, dass das Opferhilfegesetz vergleichsweise schlecht bekannt sei.

Denn zwei Drittel der Bevölkerung kennen gemäss einer Umfrage das Gesetz nicht. Bei den 16 bis 29-Jährigen wissen sogar 78 Prozent der Befragten nicht, dass es Hilfsangebote für Opfer gibt.

Zielgruppen der lancierten Informationskampagne sind deshalb Kinder, Jugendliche und und junge Erwachsene. Die Kampagne "#zukrass" soll klar machen, dass "es immer das Opfer selber ist, das entscheidet, ob weitere Schritte unternommen werden".

10 Millionen für Opferhilfe

Insgesamt zieht die Direktion der Justiz und des Innern nach einem Vierteljahrhundert Opferhilfegesetz aber eine positive Bilanz: Die Opferhilfe sei im Kanton Zürich gut verankert, die Situation von Opfern von Gewalttaten habe sich verbessert.

Die kantonale Opferhilfestelle koordiniert und finanziert die Hilfsangebote und beurteilt Gesuche um finanzielle Unterstützung. Acht anerkannte Opferberatungsstellen mit unterschiedlichen Ausrichtungen leisten Unterstützungsarbeit. Der Kanton wendet für die Opferhilfe jährlich gesamthaft rund 10 Millionen Franken auf.

Die vier Kurzfilme zur Kampagne «#zukrass»

Aktuelle Nachrichten