Ob Dübendorf überhaupt als ziviler Flugplatz weitergeführt wird und wer als Betreiber in Frage kommt, wird der Bundesrat voraussichtlich im Sommer entscheiden. In einem ersten Schritt lässt er die Eingaben von den beteiligten Bundesstellen fachlich überprüfen.

Im Februar 2013 hatte die Landesregierung beschlossen, einen zivilen Weiterbetrieb des ehemaligen Militärflugplatzes nordöstlich der Stadt Zürich zu prüfen. Das BAZL führte ein öffentliches Ausschreibungsverfahren für mögliche Flugplatz-Betreiber durch.

Zwei schweizerische Bewerber hätten ihr Dossier fristgerecht eingereicht, schreibt das BAZL. Es handelt sich um das Konsortium Flugplatz Dübendorf AG und die TopMotion GmbH, die mit dem Air Force Center Dübendorf verbunden ist.
Längere Nutzungsdauer gewünscht

Der Flugplatz Dübendorf AG gehören Unternehmen aus dem Bereich Geschäftsluftfahrt und Leichtaviatik an. Sie will nach eigenen Angaben "eine sichere und stabile Bewirtschaftung des zivilen Flugfeldes mit militärischer Mitbenutzung" gewährleisten.

Dem Bund stellt die Flugplatz Dübendorf AG in Aussicht, bei verlängerter Baurechtsdauer ein Mehrfaches des verlangten Baurechtszines zu zahlen. In der BAZL-Ausschreibung werden Offerten für eine Nutzungsdauer von 20 bzw. 30 Jahren gefordert.

Nach Ansicht des Konsortiums kann in Dübendorf ein Aerospace Cluster angesiedelt werden, um "die im Wirtschaftsraum Zürich bereits vorhandenen Kompetenzen entlang der gesamten aviatischen Wertschöpfungskette" zu vereinen.

Ein ziviler Flugplatz in Dübendorf sei nötig, weil die Geschäftsfliegerei am Flughafen Zürich "in naher Zukunft" aufgrund von Bauvorhaben und Kapazitätsengpässen verdrängt werde.

Die zweite Bewerbung für den Flugbetrieb kommt von der Topmotion GmbH von Kurt Waldmeier, dem CEO der auf dem Flugplatz Dübendorf beheimateten Air Force Center. Waldmeier will vor allem weitere Flugunterhaltsbetriebe in Dübendorf ansiedeln.

Er habe vor allem Interesse an "Flügen, die viele Arbeitsstunden generieren", sagte er vor einem Jahr. Die Rundflüge mit historischen Maschinen sollten weitergeführt werden.

Hinter diesem Projekt steht auch die von der ehemaligen Zürcher Regierungsrätin Rita Fuhrer präsidierte Stiftung Museum und historisches Material der Luftwaffe (MHMLW). Sie wünscht sich einen "bevölkerungsverträglichen Weiterbetrieb" des Flugplatzes. (sda)