Öffentlicher Verkehr

ZVV erhält knapp 738 Millionen Franken für die nächsten zwei Jahre

Im Gegensatz zum Zürcher Gemeinderat will der Kantonsrat nicht auf die Verlegung der Tramlinie 2 zum Bahnhof Altstetten verzichten.

Im Gegensatz zum Zürcher Gemeinderat will der Kantonsrat nicht auf die Verlegung der Tramlinie 2 zum Bahnhof Altstetten verzichten.

Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) erhält von der öffentlichen Hand für die Jahre 2014 und 2015 737,8 Millionen Franken. Der Kantonsrat hat am Montag dem Rahmenkredit diskussionslos mit 157 zu 0 Stimmen zugestimmt.

Eine längere Debatte gab es dagegen zur ZVV-Strategie 2016-2019. Die Grundsätze über die Entwicklung von Angebot und Tarif im öffentlichen Personenverkehr wurden im Sinne der vorberatenden Kommission mit 153 zu 0 Stimmen beschlossen. Minderheitsanträge von links wie rechts hatten keine Chance.

Der ZVV rechnet für dieses und nächstes Jahr mit einem steigenden Aufwand. Der Ausbau des Angebots führt aber auch dazu, dass die Fahrgastzahlen und damit die erwirtschafteten Verkehrserträge zunehmen.

Die Kostenunterdeckung des ZVV nimmt deshalb im Vergleich zum Vorjahr nicht etwa zu, sondern sogar leicht ab. Der Rahmenkredit 2014/15 ist um 60,4 Millionen Franken (oder 7,6 Prozent) geringer als jener für 2012/13, wie Ruedi Lais (SP, Wallisellen) als Präsident der Kommission für Energie, Verkehr und Umwelt (KEVU) sagte.

Der Rahmenkredit deckt diejenigen Kosten des öffentlichen Verkehrs im Kanton Zürich ab, die nicht durch die Einnahmen gedeckt werden. Das Geld kommt je zur Hälfte von den Gemeinden und vom Kanton.

Neue Verkehrsangebote von S-Bahn, Bus und Tram in der Fahrplanperiode 2014/15 kosten rund 20 Millionen Franken. Den Schwerpunkt bildet das zusätzliche S-Bahn-Angebot, das aufgrund der Eröffnung der Durchmesserlinie in Zürich und der 4. Teilergänzungen ermöglicht wird. Ausgebaut wird auch das Busnetz.

Am 15. Juni 2014 findet dafür ein ausserordentlicher Fahrplanwechsel statt. Laut Lais wird es auf 170 Linien Fahrplanänderungen geben.

Kostendeckungsgrad nicht auf 66 Prozent anheben

In der ZVV-Strategie will der Kantonsrat nicht - wie von der SVP gewünscht - als Ziel die schrittweise Erhöhung des Kostendeckungsgrades auf 66 Prozent festlegen. Der SVP-Antrag scheiterte mit 116 zu 49 Stimmen. In den letzten Jahren bewegte sich der Kostendeckungsgrad zwischen 60 und 62 Prozent.

Mit 115 zu 53 Stimmen abgelehnt wurde ein SP-Antrag, der vorsah, dass sich die Kostenunterdeckung nicht nur im Rahmen des erwarteten Wirtschaftswachstums im Kanton Zürich entwickeln soll, sondern auch "unter Berücksichtigung der Nachfrage".

Weil am Bahnhof Zürich-Wipkingen nach der Eröffnung nur noch die Züge von einer S-Bahnlinie halten, wollte ein SP-Antrag Gegensteuer geben. Er verlangte, dass an allen Bahnhöfen auf Zürcher Stadtgebiet grundsätzlich der Viertelstundentakt gelten soll. Der Kantonsrat lehnte dies mit 109 zu 55 Stimmen ab.

Mit 113 zu 53 Stimmen beschloss er auch, dass nicht - wie von der SVP gefordert - auf einen speziellen Abschnitt zum Angebotsausbau in der Region Winterthur verzichtet wird. Er stimmte damit auch gegen den Willen von Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker.

Kein Verzicht auf Tramlinien-Verlegung in Altstetten

Eine längere Diskussion gab es auch zur umstrittenen Linienführung des Trams in Zürich-Altstetten in Abstimmung mit der neuen Limmattalbahn. Der Zürcher Gemeinderat hatte sich im Herbst 2013 mit grossem Mehr für den Verzicht auf die Verlegung der Tramlinie 2 zum Bahnhof Altstetten ausgesprochen.

Der Kantonsrat lehnte trotzdem den SVP-Antrag mit 87 zu 66 Stimmen ab, den Hinweis auf die "Tramnetzergänzung Altstetten" aus der ZVV-Strategie zu streichen. Mit 115 zu 51 Stimmen beschloss er überdies, nicht auf die Planung der Verlängerung der Glattalbahn von Zürich-Flughafen bis Kloten-Industrie zu verzichten, wie dies die SVP gefordert hatte.

An jedem S-Bahnhof sollen auch künftig Billette mit Bargeld gekauft werden können. Mit 106 zu 41 Stimmen sprach sich das Kantonsparlament gegen die von der SVP gewünschte Streichung des entsprechenden Satzes aus.

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