Der Regierungsrat hat die Tarifanpassung genehmigt, wie er am Donnerstag mitteilte. Der ZVV begründet die "massvolle Steigerung der Tarife" mit Angebotsausbauten, höheren Trassenpreisen, sowie dem Sparprogramm des Kantons.

Nachdem bei den letzten beiden Tarifanpassungen Einzelbillette und Multikarten der Tarifstufen Lokalnetz und Kurzstrecke geschont wurden, werden nun die Preise der Einzeltickets aller Tarifstufen angehoben.

Die Preise der Jahresabonnemente steigen stärker als jene der Monatsabonnemente. Unverändert bleibt der Preis des 9-Uhr-Tagespasses.

Juniorenrabatt auf Mehrfahrtenkarten abgeschafft

Jugendliche im Alter von 16 bis 25 Jahren erhalten auf Mehrfahrtenkarten und Tageswahlkarten keinen Rabatt mehr. Auf Monats- und Jahresabonnemente erhalten sie aber weiterhin rund 27 Prozent Ermässigung auf die Abo-Preise der Erwachsenen.

Neu eingeführt wird der "Schiffszuschlag". Für alle Kursschifffahrten auf dem Zürichsee und der Limmat wird ab dem nächsten Fahrplanwechsel nebst einem regulären Ticket ein Zuschlag von fünf Franken pro Tag verlangt.

Der Regierungsrat hatte im Rahmen der "Leistungsüberprüfung 16" den ZVV beauftragt, diesen Zuschlag einzuführen. Der ZVV müsse einen Beitrag leisten zur finanziellen Beteiligung des Kantons Zürich am nationalen Bahnfinanzierungsfonds.

Für Pendlerinnen und Pendler werden persönliche Monats- und Jahreszuschlagskarten angeboten. Aufgrund der Kritik in der Vernehmlassung wurden die Preise für diese Zuschlagskarten im Vergleich zu den ursprünglichen Plänen "substanziell reduziert".

Erwachsene zahlen 25 Franken pro Monat und 150 Franken pro Jahr. Die Preise für Jugendliche bis 25 Jahre betragen 15 Franken bzw. 90 Franken für Monats- bzw. Jahreszuschlagskarte.

Fast ein Viertel der am Vernehmlassungsverfahren beteiligten Gemeinden, Verkehrsunternehmen und regionalen Verkehrskonferenzen hatten den Schiffszuschlag kritisiert. Grundsätzlich gab es jedoch eine Zustimmung zum Verbundtarif 2017 von 95 Prozent.

Zusätzliche Fahrgäste decken Mehrkosten nicht

Durch den markanten Ausbau des Angebots und der Infrastruktur des öffentlichen Verkehrs im Kanton Zürich in letzter Zeit entstanden Mehrkosten, die nicht gedeckt werden konnten durch die Einnahmen, welche die zusätzlichen Fahrgäste brachten, heisst es in der Mitteilung des Regierungsrate.

Mehrkosten entstehen auch, weil für das ZVV-Gebiet um 6 Millionen Franken höhere Trassenpreise für die Benützung der Eisenbahninfrastruktur bezahlt werden müssen. Der Kantonsrat hat ferner Anfang Jahr beschlossen, dass der Kostendeckungsgrad des ZVV gesteigert werden müsse. Ausserdem muss der ZVV einen Beitrag zum Sparprogramm des Regierungsrates leisten.