Bevölkerung
Zuwanderung aus Ausland nimmt ab: Der Kanton Zürich wächst langsamer

Ende 2017 haben im Kanton Zürich 1,499 Millionen Menschen gelebt: Die Zahl der Einwohner hat in einem Jahr um 16'600 oder um 1,1 Prozent zugenommen. Das jährliche Wachstum hat sich damit etwas abgeschwächt. Gemeinsam mit dem Zimmerberg ist das Limmattal am wenigsten gewachsen.

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Die Stadt Zürich verzeichnete ein Plus um 6300 Personen und zählt neu 407'400 Einwohner.

Die Stadt Zürich verzeichnete ein Plus um 6300 Personen und zählt neu 407'400 Einwohner.

Keystone

Die Zahl der Einwohner im Kanton Zürich ist im vergangenen Jahr um rund 16'600 Personen gestiegen. Gemäss den gestern veröffentlichten provisorischen Ergebnissen der kantonalen Bevölkerungserhebung 2017 zählte der Kanton zum Jahresende 1'498'600 Einwohner. Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich das Bevölkerungswachstum damit weiter abgeschwächt. «Das Bevölkerungswachstum ist seit vier Jahren leicht rückläufig», sagt Hans-Peter Bucher vom Statistischen Amt des Kantons Zürich.

Dies sei vor allem auf eine etwas gedämpfte Zuwanderung aus dem Ausland zurückzuführen. Der Ausländeranteil ist 2017 trotzdem um 0,2 Prozentpunkte auf 26,5 Prozent gestiegen. Etwas mehr als zwei Drittel der ausländischen Bevölkerung im Kanton Zürich stammen aus einem EU- oder Efta-Staat. Die grössten Ausländergruppen im Kanton Zürich bilden Staatsangehörige aus Deutschland und Italien.

Die Zuwanderung aus anderen Kantonen sowie aus dem Ausland in den Kanton Zürich trug 2017 rund zwei Drittel zum Bevölkerungswachstum bei. Das restliche Drittel ist auf den Geburtenüberschuss zurückzuführen.

Unterschiede zwischen Regionen

Die Bevölkerung ist zwar in allen Zürcher Regionen gewachsen, zwischen einzelnen Gebieten gibt es jedoch deutliche Unterschiede. Das prozentual stärkste Wachstum wurde im Unterland verzeichnet (1,7 Prozent), gefolgt von der Stadt Zürich (1,6 Prozent) und vom Knonaueramt (1,5 Prozent). Das schwächste Wachstum wiesen der Zimmerberg und das Limmattal aus (je 0,5 Prozent).

Wachstum der Zürcher Gemeinden gegenüber dem Vorjahr Klicken Sie zur Vergrösserung auf die Grafik.

Wachstum der Zürcher Gemeinden gegenüber dem Vorjahr Klicken Sie zur Vergrösserung auf die Grafik.

Quelle: Kantonale Bevölkerungserhebung, Statistisches Amt Kanton Zürich / Grafik: NCH/MTA

Betrachtet man die absoluten Zahlen, so ist einmal mehr die Kantonshauptstadt am stärksten gewachsen. Die Einwohnerzahl der Stadt Zürich ist um 6300 auf 407'400 gestiegen. Ein deutliches Wachstum gab es auch in Winterthur (1200), Dübendorf (500) und Opfikon (400). Diese vier Städte können somit leicht mehr als die Hälfte des gesamten Bevölkerungszuwachses für sich verbuchen.

Für die kantonale Bevölkerungserhebung werden nur Personen mitgezählt, die in einer Zürcher Gemeinde ihren Hauptwohnsitz haben. Bei Schweizern sind das die in der Gemeinde gemeldeten Personen. Bei Ausländern werden Personen mit Ausweis B oder C sowie jene, die seit mindestens einem Jahr ununterbrochen in der Gemeinde leben, mitberücksichtigt. Nicht gezählt werden Personen im Asylverfahren.

Kirche verliert Mitglieder

Neben der Bevölkerungsentwicklung enthält die kantonale Bevölkerungserhebung auch Daten zur Zugehörigkeit der Zürcherinnen und Zürcher zu einzelnen Religionsgemeinschaften. Ende 2017 war die Bevölkerung zu 28,9 Prozent evangelisch-refomiert und zu 26,1 Prozent römisch-katholisch. 0,3 Prozent gehörten zu den übrigen staatlich anerkannten Religionsgemeinschaften, also zur christkatholischen Kirche oder zu einer jüdischen Gemeinde. Der grosse Rest von 44,7 Prozent der Bevölkerung gehört entweder gar keiner oder einer staatlich nicht anerkannten Religionsgemeinschaft an (beispielsweise Muslime).

Die evanglisch-refomierte Landeskirche hat 2017 rund 6800 Mitglieder verloren, hauptsächlich durch Todesfälle und Austritte. Diese negative Entwicklung, die bei den Reformierten schon länger anhält, hat nun auch die katholische Landeskirche erfasst: Sie verlor per Saldo 2300 Mitglieder. «In früheren Jahren hat die Zuwanderung aus Ländern wie Italien, Spanien oder Portugal zu steigenden Mitgliederzahlen bei der römisch-katholischen Kirche geführt», sagt Bucher. Nach einem leichten Rückgang 2016 sei im vergangenen Jahr nun erstmals ein deutliches Minus zu verzeichnen gewesen. Einmal mehr stark zulegen konnte die Gruppe der Personen mit anderer oder ohne Konfession. Sie ist im letzten Jahr um 25'800 Personen gewachsen.

Trendwende

Das Limmattal gehört erstmals zu den leicht wachsenden Regionen

Mit einem Bevölkerungswachstum von lediglich 0,5 Prozent bildet das Limmattal mit dem Zimmerberg das Schlusslicht der diesjährigen Wachstums-Erhebung. In absoluten Zahlen heisst dies, dass neu 89'834 Personen im Bezirk Dietikon wohnen, genau 485 mehr als noch im Vorjahr. Dass die Bevölkerung im Bezirk nicht mehr so stark wächst, ist ein Novum. So gehörte das Limmattal in den vergangenen Jahren stets zu den Regionen, die bevölkerungsmässig besonders stark zulegten. Seinen Spitzenplatz verteidigen kann der Bezirk jedoch anderswo: beim Anteil der ausländischen Staatsangehörigen an der Bevölkerung. Dieser Wert beläuft sich auf 35,1 Prozent, der höchste des Kantons. (az)