Kongresshaus
Zürichs neues Kongresshaus bleibt das alte

Es wird kein neues Kongresszentrum geben, weder auf dem Geroldareal, noch auch dem heutigen Carparkplatz. Stattdessen hat der Stadtrat entschieden, das Kongresshaus und die Tonhalle am See zu renovieren.

Michael Rüegg
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Kongresshaus Zürich Visualisierung

Kongresshaus Zürich Visualisierung

Zur Verfügung gestellt

Das neue Zürcher Kongresszentrum ist bereits Geschichte. Einen Neubau wird es nicht geben. Das monatelange Seilziehen um den Boden am geplanten Standort des neuen Kongresszentrums hat nun ein definitives Ende. Stattdessen sollen das bestehende Kongresshaus am See und die Tonhalle renoviert werden, wie der Stadtrat am Mittwoch bekannt gab.

Der Gartensaaltrakt mit dem betrieblich problematischen Panoramasaal soll zu einem Foyer mit direkt anschliessenden Kongressräumen umgebaut werden. Im ersten Stock soll ein frei zugängliches Restaurant mit Bar und Seeblick sowie einer grossflächigen, 925 m2 grossen Terrasse entstehen. Beide bisherigen Restaurants werden zu flexiblen Seminarräumen umfunktioniert.

Durch die Aktivierung der inneren Ressourcen könne die nutzbare Fläche je nach Veranstaltung um 500 m2 bis 2100 m2 erhöht werden. Grösser wird das Kongresshaus dadurch nicht, das Volumen werde demjenigen des heutigen Gebäudes entsprechen.

Weniger gross tuts auch

Ein durch den Stadtrat in Auftrag gegebenes Konzept habe gezeigt, dass der Kongressmarkt in Europa stagniere. Diese Erkenntnis spielte offenbar eine Rolle beim Entscheid, auf ein noch grösseres Kongresszentrum zu verzichten. Im umgebauten Kongresshaus sieht der Stadtrat für die nächsten Jahrzehnte einen attraktiven Kongressstandort am See.

Der erweiterte und modernisierte Kongressbereich ermögliche Kongresse mit bis zu 2500 Teilnehmenden und schaffe die Voraussetzungen, auf dem europäischen Markt auch in Zukunft mithalten zu können. Mit den zusätzlichen Kapazitäten und der erhöhten Attraktivität könnten grössere Kongresse akquiriert und ein grossen Teil der lokalen Nachfrage - etwa durch Hochschulen und die Wirtschaft - befriedigt werden.

15,5 Millionen als Darlehen

Die Instandsetzung von Tonhalle und Kongresshaus sowie der Umbau des Gartensaaltrakts soll rund 140 Millionen Franken kosten, darin enthalten ist ein beantragter Projektierungskredit von 15,5 Millionen. Bauherrin ist die Kongresshaus-Stiftung. Da sie selbst diese Mittel nicht aufbringen kann, ist vorgesehen, die Projektierungskosten mit einem Darlehen an die Stiftung vorzufinanzieren.

Wenn der Gemeinderat das Geschäft bis Ende Oktober 2013 abschliesse, könnten Kongresshaus und Tonhalle von Sommer 2016 bis Ende 2017 gleichzeitig instand gesetzt werden. Die Stimmberechtigten werden voraussichtlich am 14. Juni 2015 über die Vorlage abstimmen können.