«Quai Zurich»
Zurich Versicherung beteiligt sich an Hafenpromenade Enge

Der Stadtrat hat den privaten Gestaltungsplan "Quai Zurich" für die Erneuerung des Zurich-Hauptsitzes an den Gemeinderat überwiesen. Zurich beteiligt sich im Gegenzug mit 8,35 Millionen Franken an der Erneuerung der Hafenpromenade Enge.

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Der geplante Neubau der Zurich an ihrem Hauptsitz.

Der geplante Neubau der Zurich an ihrem Hauptsitz.

Stadt Zürich

Die Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG (Zurich) mit Sitz am Mythenquai beabsichtigt, den seit 110 Jahren bestehenden Konzernhauptsitz grundlegend zu erneuern.

Damit das Projekt realisiert werden kann, muss die für das Areal geltende Grundordnung der Bau- und Zonenordnung durch einen Gestaltungsplan ersetzt werden. Dieser gemeinsam von Stadt und Zurich erarbeitete, jedoch noch nicht rechtskräftige Plan erhöht die zulässige Gebäudehöhe auf maximal 25 Meter und die anrechenbare Geschossfläche auf maximal 35'000 Quadratmeter.

Die dadurch ermöglichte höhere Ausnutzung generiert einen planerischen Mehrwert. Zurich habe sich deshalb bereit erklärt, einen Teil dieses Mehrwerts auszugleichen, teilte der Stadtrat am Mittwoch mit. Der Stadtrat erachtet gemäss Mitteilung einen Ausgleich von 50 Prozent des Mehrwertes als angemessen.

Er orientiert sich dabei an der Praxis der Stadt Basel. Im Gegensatz zu Basel gibt es auf kantonal-zürcherischer Ebene aber noch keine gesetzliche Grundlage für einen Mehrwertausgleich. Das schweizerische Raumplanungsgesetz fordert dies jedoch.

Darum haben Stadt und Zurich die Vereinbarung auf privatrechtlicher, freiwilliger Basis geregelt. Die Parteien einigten sich darauf, dass sich Zurich mit 8,35 Millionen Franken an der geplanten Neugestaltung der Hafenpromenade Enge beteiligt.

Mit dem Beitrag der Zurich soll hier eine neue Promenade entstehen.

Mit dem Beitrag der Zurich soll hier eine neue Promenade entstehen.

Stadt Zürich

"Nutzen für alle"

Die getroffene Vereinbarung kommt gemäss Hochbauvorsteher André Odermatt (SP) "allen zugute". Die private Bauherrschaft erhalte eine attraktive Infrastruktur, wird er in der Mitteilung zitiert. Auch die Bevölkerung werde die neue Anlage nutzen, zeigt er sich überzeugt.

Nicht zuletzt sei das Geld ein "willkommener finanzieller Beitrag für eine wichtige städtische Infrastruktur, die sonst allein durch öffentliche Mittel bezahlt werden müsste".

Wie bereits im April 2011 kommuniziert, werden für die Neugestaltung der Promenade rund 127 Parkplätze am Hafen Enge sowie etwa 30 Parkplätze in der Alfred-Escher-Strasse aufgehoben. Sie werden in unmittelbarer Nähe in eine bereits bestehende Tiefgarage verlegt.

Bereits öfters Mehrwertausgleich verlangt

Bereits in der Vergangenheit hatte die Stadt Zürich bei privaten Gestaltungsplänen einen Mehrwertausgleich für die Öffentlichkeit verlangt. Zum Beispiel in Zürich-Nord, wo die Privaten der Stadt Flächen für Parkanlagen übertrugen, oder beim Turbinenplatz in Zürich-West, der ebenfalls durch private Investoren erstellt wurde.

Als weiteres Beispiel nennt der Stadtrat die Zollstrasse. Dort erklärte sich die Bauherrschaft (SBB) bereit, einen Teil der Flächen für den gemeinnützigen Wohnungsbau zur Verfügung zu stellen.