Bildung
Zürich plant Abbau der Handarbeit auf der Mittelstufe

Mit der Einführung des Lehrplans 21 im Kanton Zürich soll die Zahl der Handarbeits-Lektionen auf der Mittelstufe reduziert werden.

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Eine Rentnerin hilft Pirmarschuelern freiwillig beim Textilunterricht.

Eine Rentnerin hilft Pirmarschuelern freiwillig beim Textilunterricht.

Keystone

Wie die "NZZ am Sonntag" berichtet, erwägt der Bildungsrat eine Reduktion in der 4. Klasse um zwei und in der 5. und 6. Klasse um je eine Wochenlektion.

Auch der Halbklassenunterricht soll abgebaut werden. Damit droht eine Neuauflage des Handarbeits-Streits, der vor 10 Jahren in einer Volksinitiative mündete. "Das führt zu einer wesentlichen Verschlechterung der Unterrichtsqualität", sagt Lilo Lätzsch, Präsidentin des Zürcher Lehrerverbands in der "NZZ am Sonntag".

Man dürfe die guten Neuerungen des Lehrplans 21 nicht mit solchen Kürzungen erkaufen. "Dagegen werden wir uns vehement zur Wehr setzen." Protest kommt auch von lehrplankritischen Gruppen. So sieht sich der ehemalige Bildungsrat und EVP-Kantonsrat Hanspeter Amstutz in seiner Initiative für nur eine Fremdsprache an der Primarschule bestätigt.

"Bei der Handarbeit wird am falschen Ort abgebaut. Hier erwerben die Kinder wichtige Fertigkeiten für ihr Leben", sagt er in der "NZZ am Sonntag". Auch SVP-Kantonsrätin Anita Borer findet es umso wichtiger, dass die Politik beim Lehrplan 21 mitbestimmen kann, wie sie es mit der Initiative "Lehrplan vors Volk" verlangt. Ohne die Politik wird der Abbau der Handarbeit ohnehin nicht möglich sein. Diese Lektionenzahl ist im Volksschulgesetz festgeschrieben worden, eine Änderung braucht die Zustimmung des Parlaments.