Bildung
Zürich macht sich auf den Weg zu flächendeckenden Tagesschulen

Zürich will als erste Stadt in der Schweiz bis 2025 alle Volksschulen zu Tagesschulen machen. Als ersten Schritt zu diesem Ziel startet sie ein Pilotprojekt. Das Stadtparlament hat am dafür 19 Millionen Franken bewilligt.

Merken
Drucken
Teilen
Zürich will bis 2025 alle Volksschulen zu Tagesschulen machen. (Themenbild).

Zürich will bis 2025 alle Volksschulen zu Tagesschulen machen. (Themenbild).

Keystone

Das Pilotprojekt startet im Sommer 2015 und dauert bis 2018. Beteiligt sind sieben städtische Schulen. Dort sollen die Kinder, die auch am Nachmittag Unterricht haben, über Mittag im Schulhaus bleiben.

Die Schüler erhalten eine warme Mahlzeit. Diese kostet sechs Franken. Die Teilnahme am Mittagessen ist freiwillig. Falls Eltern nicht wollen, dass ihre Kinder über Mittag in der Schule bleiben, können sie ihre Sprösslinge abmelden.

Die Mittagszeit fällt kürzer aus als heute. Sie beträgt 80 statt 110 Minuten. Obschon mehr Kinder verpflegt werden müssen, soll die „Tagesschule 2025“ auf lange Sicht günstiger sein als ein weiterer Hortausbau.

Längerfristig rechnet die Stadt mit jährlichen Einsparungen von 30 bis 40 Millionen Franken. Angestossen wurde der Systemwechsel von zwei parlamentarischen Vorstössen von SP und FDP.

Gesellschaftliches Bedürfnis, wegweisender EntscheidMit dem Pilotprojekt trägt der Stadtrat den jüngsten Entwicklungen Rechnung. Die Nachfrage nach Hortplätzen ist in den vergangenen Jahren rasant gestiegen.

Stadtrat und Schulvorsteher Gerold Lauber (CVP) ist überzeugt, dass die "Tagesschule 2025" einem gesellschaftlichen Bedürfnis entspricht und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für alle Beteiligten verbessert.

Mit der Bewilligung des Kredits habe der Rat einen wegweisenden Entscheid gefällt, sagte Lauber. Unterstützung erhielt das Projekt von SP, Grünen, AL, GLP, CVP und FDP. Gegen das Projekt stellte sich einzig die SVP. Es sei ideologisch gesteuert und asozial, fand ihr Sprecher.

Im Anschluss an die Pilotphase will die Stadt bei der kantonalen Bildungsdirektion einen Schulversuch anregen, bei dem die Kinder dann verpflichtet wären, in der Schule zu bleiben.