Regierungsrat
Zürich: Knatsch um Lohnanpassungen

Der Regierungsrat will die Lohnsumme für das kommende Jahr um 1,1 Prozent anheben. Für die Vereinigten Personalverbände des Kantons Zürich ist das aber «kein Schritt in die richtige Richtung.»

Sandro Zimmerli
Merken
Drucken
Teilen

Zur Verfügung gestellt

Der Zürcher Regierungsrat gewährt dem Staatspersonal ab Januar 2011 eine Teuerungszulage von 0,3 Prozent. 0,8 Prozent stellt er zusätzlich für individuelle Lohnerhöhungen zur Verfügung. Damit steigt die Lohnsumme um 1,1 Prozent, wie der Regierungsrat erklärt. Insgesamt umfasse die Lohnrunde des Kantons für das nächste Jahr 1,7 Prozent.

Mit der Erhöhung der Lohnsumme um 1,1 Prozent bleibt der Regierungsrat innerhalb der Vorgaben des Budgetentwurfs 2011, den er im September dem Kantonsrat vorgelegt hat. Der Entwurf geht von einer Teuerung von 1,1 Prozent aus. Aufgrund der für 2011 verbesserten wirtschaftlichen Aussichten hat der Regierungsrat zudem entschieden, die gemäss Budgetentwurf verbleibenden 0,8 Prozent für individuelle Lohnerhöhungen einzusetzen.

Erhöhung von 3,1 Prozent gefordert

Für die Vereinigten Personalverbände des Kantons Zürich (VPV) ist die Steigerung der Lohnsumme um 1,1 Prozent «kein Schritt in die richtige Richtung», wie sie in einer Mitteilung erklären. «Wir fordern für das Staatspersonal nach wie vor eine Lohnentwicklung von 3,1 Prozent. Davon beruhen 2,1 Prozent auf gesetzlicher Grundlage, die dieses Jahr in Kraft getreten ist», schreiben die VPV.

Zudem sei sie, so die VPV, enttäuscht, dass sich Regierungsrätin Ursula Gut als Personaldirektorin nicht mehr für das Personal eingesetzt habe. Die Finanzlage und die Prognosen liessen eine durchweg höhere Lohnentwicklung zu. «Damit hätte die Regierung ein klares Zeichen für die Wertschätzung des Personals gesetzt», erklären die VPV.

Die Kantonsrechnung, so die VPV weiter, werde dieses Jahr mit einem Überschuss von knapp einer halben Milliarde abschliessen – und nicht mit einem Defizit von derselben Grösse, wie das prognostiziert worden sei. Gegenüber dem Budget bedeute dies ein um fast eine Milliarde Franken besseres Ergebnis. «Die für das Jahr 2011 eingestellte höhere Lohnsumme von 1,1Prozent reicht für uns definitiv nicht aus, um die dringend notwendige Wertschätzung dem Personal gegenüber zu vollziehen», erklären die VPV. Das Personal habe in den letzten Jahren massgeblich zur Sanierung des Staatshaushalts beigetragen. «Jetzt fordern wir ein Zuckerbrot ohne Peitsche.»