Jubiläum
Zürich feiert 30 Jahre Städtepartnerschaft mit Kunming

Was als Kulturaustausch begann, hat sich innerhalb von 30 Jahren zu einer vielfältigen fachlichen Zusammenarbeit zwischen Zürich und der chinesischen Stadt Kunming entwickelt. Die Stadt Zürich feiert das Jubiläum mit einer Ausstellung.

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Die chinesische Stadt Kunming (Archiv)

Die chinesische Stadt Kunming (Archiv)

Robert Schmid (keystone)

Die Jubiläumsaustellung findet vom 6. Oktober bis 11. November im Museum Bärengasse statt. Die Ausstellungsmacher haben die sehr unterschiedlichen Themen nicht einzeln nebeneinander gestellt, sondern einen übergreifenden Spannungsbogen geschaffen. Möglich machen dies auch die sehr speziellen Gegebenheiten des Museums Bärengasse mit seinen vielen kleinen Räumen

So konnten die sechs Künstlerinnen und Künstler, die im Rahmen eines Stipendiums mehrere Monate im Zürcher Atelier in Kunming verbrachten, sich die jeweils passenden Räume aussuchen. Ana Roldan, Nuri Koerfer, Nathalie Bissig, Raoul Müller, Patrick Hari und Chantal Hoefs zeigen dort Arbeiten, die entweder bei ihrem Aufenthalt entstanden oder von dort inspiriert wurden.

Grosse Nachfrage nach Fachwissen

Das gesamte erste Stockwerk ist der fachlichen Zusammenarbeit gewidmet, die seit 1987 im Gange ist. Dabei geht es um Wassermanagement, öffentlichen Verkehr, Stadt- und Regionalplanung, Denkmalpflege, Energieeffizienz und Finanzen. «Die Nachfrage nach Fachwissen ist enorm gross», sagte Anna Schindler, Direktorin Stadtentwicklung Zürich, am Freitag vor den Medien.

Konkrete Projekte zeigen, was durch diesen Wissensaustausch erreicht wurde. Den Einstieg bietet eine chronologische Übersicht im Treppenhaus. Es folgen kleine «Vorzimmer» mit Fotos von Zürich und Kunming, einem Video sowie Plänen, die das Wachstum der beiden Städte zeigen.

Die eigentliche fachliche Zusammenarbeit wird in den beiden grössten Räumen präsentiert und zwar bewusst mit «Arbeitscharakter» wie Anna Schindler sagte. Damit in den denkmalgeschützten Räumen die Wände nicht beschädigt werden, wurde einfach ein Bambusgestell gebaut, das frei im Raum steht. Im abschliessenden «Wohnzimmer» können Besucher schliesslich verweilen und das Gesehene Revue passieren lassen.

31 Tage, um die Welt zu verändern

Im dritten Teil der Ausstellung zeigt der Schweizer Fotograf Stephan Schacher sein Projekt «31 Days, 31 Ways, 31 Minds». Dafür hat Schacher je 31 Menschen in New York, Zürich und Kunming gefragt: «Was würdest du tun, um die Welt in 31 Tagen zu verändern?». Das so entstandene visuelle Tagebuch fängt unterschiedliche Stimmungen ein und gibt teils überraschende Antworten.

Die Zusammenarbeit von Zürich und Kunming soll fortgesetzt werden. Für die Jahre 2013 bis 2015 ist ein neues «Memorandum of Understanding» vorgesehen.

Teil davon wird auch das schweizerisch-chinesische Projekt «Low Carbon Cities in China LCCC» sein, das die Reduktion des CO2- Ausstosses in chinesischen Städten zum Ziel hat. Die Hauptkosten der Städtepartnerschaft trägt die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA.