Zürich
Zürich bekommt den Titel einer "Reformationsstadt Europas"

Zürich gilt nach Wittenberg und Genf als einer der wichtigsten Orte reformatorischer Aufbrüche des 16. Jahrhunderts. Nun wurde sie von der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) zur "Reformationsstadt Europas" ernannt.

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Zwingli brachte die Reformation nach Zürich (Archivbild)

Zwingli brachte die Reformation nach Zürich (Archivbild)

Keystone

Die Zwinglistadt ist neben dem ostfriesischen Emden D erst die zweite Stadt, die diesen Titel trägt.

Die Stadt Zürich und die Reformierte Landeskirche nehmen den Titel an, wie es in der Mitteilung der Reformierten Kirche Kanton Zürich vom Montag heisst.

Nach dem Beispiel der Europäischen Kulturhauptstädte hat die GEKE eine Initiative zur Auswahl Europäischer Reformationsstädte gestartet. Rund 20 über den Kontinent verteilte Städte sollen unter dem Titel "Reformationsstadt Europas" das Reformationsgedenken in die europäische Öffentlichkeit tragen.

Das Jahr 1517 gilt für die Protestanten in aller Welt als Beginn der Reformation durch Martin Luther (1483-1546) und die Entstehung der evangelischen Kirche vor fast 500 Jahren. Luther prangerte vor allem die kirchlichen Missstände und den Ablasshandel an.

In Zürich wurde Huldrych Zwingli 1519 Prediger und Seelsorger am Grossmünster. In seinen Predigten griff er Luthers Kritik auf und wandte sich zudem gegen das Söldnerwesen.

1523 nahm der Zürcher Rat sein Reformprogramm an. Katholische Frömmigkeitsformen wie Fasten, Wallfahrten, Bilder von Heiligen in den Kirchen, die Messe, die klösterliche Lebensweise und der Zölibat wurden nach und nach abgeschafft. Zwingli war in vielen Punkten noch radikaler als Luther.

Die Reformierte Landeskirche hatte im März 2014 eine Plattform gegründet, welche die Projekte zum 500. Jubiläum der Reformation koordinieren wird. Neben der Stadt Zürich gehören ihr auch der Kanton und Zürich Tourismus an. Das Jubiläum soll 2017 in grösserem Rahmen begangen werden. (sda)