Stadtgeschichte
Zürich: Archäologen finden Spuren des Rösslitrams beim Münsterhof

Bei Grabungsarbeiten am Münsterhof in Zürich wurden Reste einer alten Tramlinie entdeckt, auf der einst das Rösslitram verkehrte.Es handelt sich dabei um einen Teil der gelben Tramlinie, die vom Limmatquai zum Paradeplatz führte.

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Vor Beginn der Bauarbeiten untersuchen die Archäologen und Archäologinnen den Münsterhof.
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Rösslitram
Eine Luftaufnahme aus dem Jahr 1910 zeigt Münsterhof und Münsterbrücke.

Vor Beginn der Bauarbeiten untersuchen die Archäologen und Archäologinnen den Münsterhof.

Samuel Mühleisen

Unter den Pflastersteinen auf dem Münsterhof kam ein etwa 30 Meter langer Schienenunterbau aus Sandstein zum Vorschein, wie das Hochbaudepartement der Stadt Zürich am Freitag mitteilte. Demselben Trassee sei schon im 19. Jahrhundert das Rösslitram gefolgt. Die Archäologen hätten gehofft, auf das Trassee zu stossen und seien froh, dass es noch gut erhalten sei.

Die freigelegte Strecke gehört zu einer von zwei Strassenbahnen, die ab 1882 durch die Zürcher Strassen führten und von Pferden gezogen wurden. Um die Jahrhundertwende mussten die Rösslitrams den leistungsfähigeren elektrischen Trams weichen. Die Schienen beim Münsterhof wurden gemäss Bildquellen zwischen 1930 und 1935 endgültig abgetragen.

Der archäologische Fund steht in Zusammenhang mit der Neugestaltung des Münsterhofs. Dieser soll bis zum Frühjahr 2016 autofrei sein. Bevor die Bauarbeiten beginnen, untersuchen die Archäologinnen und Archäologen der Stadt Zürich das Gebiet und sind nun auch erstmals fündig geworden.

Dem Rösslitram ist im Oktober im Tram-Museum Zürich eine Sonderausstellung mit Führungen, Themenabenden und Lesungen gewidmet. Gleichzeitig ist im ehemaligen Eingang zur Fraumünsterkirche eine öffentliche Plakatausstellung zur Archäologie und zur Neugestaltung des Münsterhofs zu sehen.