Zürich
Zürich Agglomerationsprogramm mit langer Wunschliste

Der Zürcher Regierungsrat hat die Agglomerationsprogramme der zweiten Generation für die künftige Entwicklung des Grossraums Zürich vom Aargau bis ins Zürcher Oberland verabschiedet. Angemeldet werden beim Bund Projekte für 1,9 Milliarden Franken.

Merken
Drucken
Teilen
In der Agglomeration der Stadt Zürich, zum Beispiel in Bassersdorf, gibt es noch freies Kulturland.keystone

In der Agglomeration der Stadt Zürich, zum Beispiel in Bassersdorf, gibt es noch freies Kulturland.keystone

«Die Gelder aus dem Infrastrukturfonds werden hart umkämpft sein», sagte Markus Traber, Chef des Amtes für Verkehr, am Donnerstag vor den Medien. Die 1,9 Milliarden Franken, die nach der Bewilligung von dringlichen Projekten und der Auszahlung für Projekte der ersten Generation noch im Topf verblieben sind, würden gerade mal ausreichen, um die Zürcher Begehrlichkeiten zu decken.

Das erste Zürcher Agglomerationsprogramm enthielt vor vier Jahren Verkehrsprojekte für insgesamt 1,5 Milliarden Franken. Mit dem vom Bund bewilligten Finanzierungsanteil von 35 Prozent für die als realisierbar erachteten Vorhaben war der Kanton Zürich nicht ganz glücklich, wie Traber erklärte.

Die Agglomerationsprogramme der zweiten Generation umfassen die Räume Stadt Zürich und Glattal, Winterthur und Umgebung, Limmattal und - erstmals - das Zürcher Oberland. Das Agglomerationsprogramm Limmattal wurde mit dem Kanton Aargau erarbeitet. Für die Umsetzung der Massnahmen wurde am Dienstag eine Trägerschaftsvereinbarung unterzeichnet.

Zudem wurden für die einzelnen Regionen in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden ein Zukunftsbild für das Jahr 2030 definiert, wie Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker (SVP) ausführte. Angestrebt werde eine koordinierte Siedlungs-, Landschafts- und Verkehrsentwicklung. «Wir wollen die Zentren verdichten, besser vernetzen und gleichzeitig Landschaftsräume erhalten», betonte er.

Keinen Einfluss auf die Agglomerationsprogramme habe die angenommene Kulturlandinitiative. Das Ja zum Begehren der Grünen sei nicht als Nein zu Prosperität und Entwicklung des Kantons zu werten. Zudem werde mit den vorgesehenen Massnahmen für Verkehrsinfrastrukturen das Kulturland nicht tangiert.

Schlüsselprojekte für vier Regionen

Im Agglomerationsprogramm für die Stadt Zürich und das Glattal nehmen Tramprojekte eine wichtige Rolle ein. Höchste Priorität - nämlich A - hat das Tram Hardbrücke. Der Kanton schätzt die Kosten auf 102 Millionen Franken.

Ebenfalls als dringlich aufgeführt ist die Anbindung des Bahnhofs Altstetten über die Altstetterstrasse. Hier wird mit Ausgaben in der Höhe von 28 Millionen Franken gerechnet.

Im Limmattal steht der Bau der Limmattalbahn im Vordergrund. Die neue Bahn ist laut Stocker zugleich das wichtigste Projekt, das der Kanton beim Bund angemeldet hat. Die neue Feinverteilung zwischen dem Bahnhof Zürich-Altstetten und Killwangen AG verschlingt rund 670 Millionen Franken.

Keine grossen Verkehrsprojekte sieht das Agglomerationsprogramm für das Oberland vor. Hier geht es vor allem darum, zu verhindern, dass dieser Erholungsraum seinen Charakter verliert.

Für Winterthur und Umgebung steht der boomende Stadtteil Neuhegi im Vordergrund. Für Direktverbindungen in die Zentren von Winterthur und Zürich setzt man auf die S-Bahn; dem Bahnhof Grüze ist eine Rolle als ÖV-Drehscheibe zugedacht.

Die vier Agglomerationsprogramme werden nun zusammen mit dem Dachkonzept, das eine Klammer um die vier Programme bildet, Ende Juni nach Bern geschickt. Traber geht davon aus, dass der Bundesrat Mitte 2014 den eidgenössischen Räten die Botschaft vorlegen wird und ab 2015 die Mittel freigegeben werden.