Abstimmung
Zürcher Vorlagen-Flut: Stimmbeteiligung voraussichtlich sehr tief

Die Wahlbüros im Kanton Zürich dürften am Sonntag nicht so viele Stimmcouverts auszuzählen haben wie bei anderen Abstimmungen. Sofern nicht noch Zehntausende am Samstag und Sonntag an die Urne gehen, dürfte die Stimmbeteiligung sehr tief ausfallen.

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Wird die Stimmbeteiligung unter 30 Prozent liegen? (Symbolbild, Archiv)

Wird die Stimmbeteiligung unter 30 Prozent liegen? (Symbolbild, Archiv)

Keystone

In der Stadt Zürich sind bis am Freitag nur gerade 58'700 briefliche Stimmabgaben eingegangen, wie es bei der Stadt auf Anfrage hiess. Die Stimmbeteiligung am Sonntag dürfte gemäss Berechnungen voraussichtlich nur 26 Prozent betragen.

Auch Winterthur hat bis am Freitag nicht so viele Couverts erhalten wie bei anderen Abstimmungen. Nur 18'200 Stimmberechtigte haben ihre Entscheide bereits abgegeben. Für den stellvertretenden Stadtschreiber Walter Bosshard ein sehr tiefer Wert.

Er habe diese Zahl mit allen Urnengängen der letzten zwei Jahre verglichen und immer sei die Anzahl Couverts am Freitag höher gewesen als jetzt, sagte er auf Anfrage. Bei der Abstimmung vom 13. Februar beispielsweise hätten 26'000 Winterthurer brieflich abgestimmt, also über 8000 mehr.

Trotz Vorlagenbündel keine Beschwerden

Für den kommenden Sonntag rechnet Bosshard deshalb mit einer laut eigenen Aussagen «wenig glanzvollen Stimmbeteiligung» von 35 Prozent. Wundern tut ihn das jedoch nicht. Sieben kantonale Vorlagen plus eine kommunale sowie die Wahl der Kirchensynode seien für viele Stimmberechtigte wohl zuviel des Guten.

Die Steuervorlage mit einem Kantonsratsvorschlag plus zwei Gegenvorschlägen bringt zudem eine neuen Grad der Komplexität mit sich. Der Stimmzettel musste wegen dieses Geschäftes extra neu gestaltet werden und besteht nun aus sechs Einzelfeldern, die unzählige Kombinationsmöglichkeiten bieten.

Bosshard hätte eigentlich erwartet, dass sich viele Stimmberechtigte deswegen bei der Stadt beschweren würden. Dies sei aber nicht passiert, sagte er weiter. Ihm sei nur ein Fall bekannt, wo jemand Probleme beim Ausfüllen gehabt habe.

Uster: Kommunale Vorlagen stossen auf Interesse

Etwa gleich hoch wie in Winterthur dürfte die Stimmbeteiligung in Uster ausfallen. Dort sind bis am Freitag rund 6000 Stimmcouverts eingetroffen, was ebenfalls eine Stimmbeteiligung von etwa 35 Prozent erwarten lässt.

Der stellvertredende Stadtschreiber Jörg Schweiter führt dies aber nicht auf die zahlreichen kantonalen Vorlagen zurück, sondern auf zwei brisante kommunale Geschäfte, die für Gesprächsstoff sorgen würden. Es sind dies die Aufstockung der Krippenplätze sowie eine SP- Initiative, die Jugendvereine von Gebühren befreien will.