Spitäler
Zürcher Unispital macht 2011 Gewinn und baut über 100 Stellen ab

Das Zürcher Universitätsspital (USZ) hat im vergangenen Jahr einen Gewinn von 4,8 Millionen Franken erzielt. Das positive Ergebnis ist unter anderem eine Folge von über 100 abgebauten Vollzeitstellen. Bauchweh bereitet dem USZ die neue Spitalfinanzierung.

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Blick auf das Unispital Zürich (Archiv)

Blick auf das Unispital Zürich (Archiv)

Keystone

Mit dem Abbau von 106 Vollzeitstellen setzte das USZ das kantonale Sparprogramm san10 um. Mit dem san10 war der Beitrag des Kantons Zürich auf dem Niveau von 2009 eingefroren worden. Im Budget 2011 des USZ klaffte deshalb eine Lücke von 48 Millionen Franken.

Das USZ sparte mit dem Abbau von Personal und weniger Ausgaben für Material 24 Millionen Franken. Gleichzeitig flossen dank mehr Patienten 20 Millionen Franken zusätzlich in die Spitalkasse, wie Rita Ziegler, Vorsitzende der Spitaldirektion, am Donnerstag vor den Medien in Zürich sagte. «Das Ziel ist erreicht.»

Der Personal-Abbau erfolgte vor allem in der Verwaltung. 11,3 Prozent der Beschäftigten waren hier betroffen. In den meisten Fällen wurden freie Stellen nicht mehr besetzt. Weiter gab es frühzeitige Pensionierungen und Reduktionen bei Stellenprozenten. 15 Personen wurde gekündigt.

Mehr Patienten

Im 2011 liessen sich 35'212 Patientinnen und Patienten stationär im Unispital behandeln. Dies entspricht einem Zuwachs von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Noch stärker erhöhte sich die Zahl der ambulanten Behandlungen. Sie stieg um 8,1 Prozent auf 192'213.

Dabei nahm der durchschnittliche Schweregrad der Krankheitsbilder über alle Patienten hinweg deutlich zu. Spitäler drücken diesen Wert mit dem so genannten «Casemix Index» aus. Im Fall des Unispitals stieg dieser Wert im 2011 um 2,7 Prozent.

Am Universitätsspital besteht damit ein Trend, zunehmend schwere Krankheiten zu behandeln. Und genau dies bereitet dem USZ im Zusammenhang mit der neuen Spitalfinanzierung Bauchweh. Die komplexen Fälle und die höheren Kosten würden in den Fallpauschalen nicht abgebildet, sagte Ziegler. Das USZ werde nicht entsprechend entschädigt.

Wenig Eigenkapital

Hugo Keune, Direktor Finanzen, schätzt, dass dem USZ deshalb jährlich 50 bis 60 Millionen Franken entgehen. Das System müsse sich zuerst einpendeln.

Das grösste Spital des Kantons Zürich machte 4,8 Millionen Franken Gewinn. Der Umsatz wurde um 3,9 auf 1,096 Milliarden Franken gesteigert.

Die Eigenkapital-Quote sei mit 9,3 Prozent sehr tief, sagte Keune. Mit der neuen Spitalfinanzierung wird aber das Eigenkapital wichtig. Investitionen müssen neu selber finanziert werden. Ein Gewinn von 10 bis 15 Millionen Franken sei deshalb nötig.