Wahlen Stadt Zürich
Zürcher Stadtratswahl: Wer hat Angst vor dem Wolff?

Dass der links aussen angetretene Richard Wolff so nah an den FDP-Kandidaten Camin heran kommt, hat viele überrascht. Doch man sollte keine voreiligen Schlüsse ziehen.

Michael Rüegg
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Die Stadtratskandidaten Marco Camin, links, und Richard Wolff, rechts.

Die Stadtratskandidaten Marco Camin, links, und Richard Wolff, rechts.

Keystone

Einen Wolff wählen, ist das eine, einen Stadtrat Wolff haben, ist das andere. Die linke Exotenpartei ist weder bei den Bürgerlichen noch vielen SPlern wirklich beliebt. Und Zürich tickt im Allgemeinen doch nicht ganz so links, wie man aufgrund des Resultats annehmen könnte.

Doch warum hat Camin nicht besser abgeschnitten? Zum einen verweigerten ihm viele SP- Wähler die Unterstützung, obwohl sie das Kräfteverhältnis im Stadtrat mit zwei FDP-Sitzen befürworten. Und zweitens warfen etliche SVP-Wähler den Stimmzettel ins Altpapier. In beiden Gruppen könnte Camin im zweiten Wahlgang doch noch punkten. Bei SP-Wählern der Vernunft Willen, in SVP-Kreisen, weil der Gedanke, einen AL-Stadtrat zu erhalten, Panik auslösen muss.

Die GLP muss sich heute entscheiden. Zurückziehen oder noch einmal antreten? Wobei sie in letzterem Fall wohl den Kandidaten austauschen müsste. Der intern zweitplatzierte Samuel Dubno ist in Zürich hervorragend vernetzt und bei Linken beliebt. Zwei Eigenschaften, die Hodel gänzlich fehlen. Denn Hodel, das hat der heutige Wahltag gezeigt, kommt als Stadtrat in Zürich etwa so gut an wie Kutteln an einem Kindergeburtstag.

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