Outdoor Party
Zürcher Stadtrat will illegale Strassenpartys in Zukunft zulassen

Jugendliche sollen in der Stadt Zürich im öffentlichen Raum nicht-kommerzielle Outdoor-Partys durchführen können. Der Stadtrat hat dafür eine neue Kategorie «Jugendbewilligung» geschaffen.

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Stadtrat gibt grünes Licht für Partys auf öffentlichen Plätzen

Stadtrat gibt grünes Licht für Partys auf öffentlichen Plätzen

Keystone

Auslöser für die Schaffung der neuen Praxis waren wiederholte Konflikte bei der Auflösung von Outdoor-Partys im Sommer 2011 und die Vorfälle rund um zwei illegale Partys am Bellevue und Central im September 2011.

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Der Stadtrat will Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die in friedlicher Absicht im Freien Partys feiern wollen, die Möglichkeit dazu bieten. Es geht vor allem um Jugendliche, die sich die hohen Preise im Ausgang nicht leisten können. Die Outdoor-Partys sollen nicht mehr illegal sein, sagte Stadtrat Daniel Leupi vor den Medien.

Acht Tage vorher melden

Die Handhabung der Jugendbewilligung ist gemäss Leupi einfach. Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von bis zu 25 Jahren müssen ihre Party mindestens acht Tage im Voraus telefonisch bei der Stadt anmelden und eine Person bezeichnen, die die Verantwortung für die Durchführung übernimmt.

Der Party-Ort muss geeignet sein und so verlassen werden, wie er angetroffen wurde. Die Bewilligung ist gemäss Leupi kostenlos. Die neue Bewilligungspraxis wird als Pilotversuch in diesem Sommer getestet.Damit die Outdoor-Partys nicht aus dem Ruder laufen, dürfen sie zudem nicht mehr als 400 Personen anlocken. Offene Werbung auf Social-Media-Plattformen wie etwa Facebook ist deshalb nicht erlaubt. Eingeladen werden dürfen nur Freunde - nicht ein komplettes Schulhaus.

Stadt behält sich Projekt-Abbruch vor

Leupi befürchtet nicht, dass Zürich ab Mitte April im Party- Strudel versinkt. Die Sache werde sich wohl von alleine regeln. Es gebe auch nicht unbegrenzt geeignete Standorte, an denen eine Party bewilligt würde. Die Stadt behält sich jedoch vor, den Versuch wieder abzubrechen, sofern er nicht funktioniert oder ausufert. (sda)