Politik
Zürcher SP-Politikerin Ursula Leemann-Bosshard gestorben

Die Zürcher SP-Politikerin Ursula Leemann-Bossard ist im Alter von 77 Jahren gestorben, wie ihre Partei am Samstag in Todesanzeigen bekannt gab. Leemann sass in verschiedenen Gremien, zuletzt im Zürcher Verfassungsrat.

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Die 1936 geborene Leemann hatte Biologie studiert und in diesem Fach auch promoviert. Politisch engagierte sie sich bei den Sozialdemokraten. Sie wurde über die Parteigrenzen geschätzt und respektiert.

Zwölf Jahre lang - von 1978 bis 1990 - politisierte sie im Zürcher Kantonsrat. In dieser Zeit leitete sie vier Jahre lang die Fraktion. Im letzten Kantonsratsjahr war sie Ratspräsidentin. Sie war erst die zweite Frau, die diese Funktion innehatte.

In zweifacher Frauenhand

Als Leemann im Mai 1989 "auf den Bock" gewählt wurde, war es das allererste Mal in der Geschichte Zürichs, dass die beiden höchsten politischen Ämter des Kantons in Frauenhand waren - und erst noch in doppelter SP-Hand: Neben der Parlamentspräsidentin Leemann war Hedi Lang Regierungspräsidentin.

Anfang 1991 rückte Leemann in den Nationalrat nach. Sie ersetzte dort ihren Parteikollegen Hansjörg Braunschweig, der nach 13 Jahren zurücktrat. In der grossen Kammer blieb sie fast neun Jahre lang. Zu den Wahlen im Herbst 1999 trat die damals 63-Jährige nicht mehr an.

Aber noch war ihr politisches Wirken nicht zu Ende: Im Jahr 2000 wurde sie in den Zürcher Verfassungsrat gewählt. Im zweiten Ratsjahr präsidierte Leemann das Gremium. Dieses arbeitete während mehr vier Jahren eine neue Kantonsverfassung aus, welche die alte aus dem Jahr 1869 ersetzte.