Davos
Zürcher Regierungsräte lebten während dem WEF in einer temporären Männer-WG

Zwei BDP-Kantonsräte wollten wissen, wer vom Gremium am WEF teilgenommen hat und wie hoch die Kosten sind. In der Antwort des Regierungsrats heisst es, Carmen Walker Späh (FDP) habe privat übernachtet, während Mario Fehr (SP) und Markus Kägi (SVP) eine temporäre WG gebildet hätten.

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Drei Mitglieder des Zürcher Regierungsrats reisten im Januar ans WEF in Davos. (Symbolbild)

Drei Mitglieder des Zürcher Regierungsrats reisten im Januar ans WEF in Davos. (Symbolbild)

LAURENT GILLIERON

Die BDP-Kantonsräte Marcel Lenggenhager und Rico Brazerol haben beim Regierungsrat betreffend Besuch des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos hart recherchiert. In einer Anfrage wollten sie wissen, wer vom Regierungsrat 2017 und 2018 am WEF teilgenommen hat und was der Nutzen sei. Damit nicht genug. Die Kantonsräte verlangten Aufklärung über die verwendeten Verkehrsmittel und die Kosten. Das WEF besucht haben Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) und Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP). Mit von der Partie war zudem der jeweilige Regierungsratspräsident. 2017 Thomas Heiniger (FDP), 2018 Markus Kägi (SVP).

Wenig überraschend nutzten die Regierungsmitglieder die Gelegenheit, um Netzwerke zu pflegen und die Anliegen ihres Kantons einzubringen. Der Transport in den Höhenkurort erfolgte mit dem Auto oder per Bahn. In Davos selbst – so ist es in der Antwort akribisch festgehalten – waren die Politiker zu Fuss, mit dem Gratis-Ortsbus oder mit dem Auto unterwegs. Walker Späh übernachtete privat, was keine Kosten verursachte.

Den beiden männlichen Regierungsräten diente eine gemietete 2 1/2-Zimmer-Wohnung als Unterkunft. Sie bildeten eine temporäre Wohngemeinschaft. Dies verursachte Kosten von je 3400 Franken, einschliesslich Reinigungskosten. Ob die Nächte angenehm verliefen oder sie sich mit allfälligen Schnarchgeräuschen um den Schlaf brachten, ist der regierungsrätlichen Antwort nicht zu entnehmen. (pag)