Bahnanschluss
Zürcher Regierung setzt sich für zweiten Interregio-Halt in Thalwil ein

Mit dem Angebotskonzept 2021 der SBB wird der Fernverkehr zwischen Thalwil und Luzern ab 2019 vom bisherigen Halbstunden- auf einen Stundentakt abgebaut. Der Zürcher Regierungsrat will dies jedoch nicht einfach hinnehmen.

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Zwischen Zürich und Luzern verkehren heute stündlich zwei Interregio-Züge (IR). Mit dem Fahrplanwechsel 2019 sieht die SBB für den IR auf dieser Strecke nur noch den Stundentakt vor.

Zwischen Zürich und Luzern verkehren heute stündlich zwei Interregio-Züge (IR). Mit dem Fahrplanwechsel 2019 sieht die SBB für den IR auf dieser Strecke nur noch den Stundentakt vor.

Keystone

Zwischen Zürich und Luzern verkehren heute stündlich zwei Interregio-Züge (IR). Diese verbinden mit ihrem Halt in Thalwil auch die Region Zimmerberg mit Luzern und der Innerschweiz. Mit dem Fahrplanwechsel 2019 sieht die SBB für den IR auf dieser Strecke nur noch den Stundentakt vor.

Der Kanton will dies nicht einfach akzeptieren. Im Rahmen des Fahrplanverfahrens 2019 werde der zweite IR-Halt in Thalwil erneut eingefordert, schreibt der Regierungsrat in einer am Donnerstag publizierten Antwort auf eine Anfrage im Kantonsrat.

Die Regierung macht sich jedoch keine Illusionen. Die Erfolgsaussichten seien gering, räumt sie ein. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hatte ein entsprechendes Begehren bereits 2016 abgelehnt.

Neues Angebotskonzept als Auslöser

Die SBB begründet den Stundentakt mit dem neuen Angebotskonzept auf der Nord-Süd-Achse nach der Fertigstellung des Ceneri-Basistunnels. Damit die "vorgegebenen Fahrlagen" für den Personenverkehr im Gotthard-Basistunnel sowie die Anschlüsse in Arth-Goldau SZ erreicht werden könnten, müssten die Gotthardzüge gegenüber heute früher ab Zürich verkehren.

Dadurch entstehe ein Konflikt mit den Abfahrtszeiten der IR-Züge von Zürich nach Luzern, die bis Zug die gleiche Strecke befahren. Gelöst werden könne dieser Konflikt, indem die Gotthardzüge in Zürich vor den IR-Zügen in Richtung Luzern abfahren. Damit jedoch der Knoten Luzern rechtzeitig erreicht und der IR konfliktfrei nach Luzern geführt werden könne, müsse der Halt in Thalwil einmal stündlich wegfallen.

Trotz des Wegfalls des zweiten IR-Haltes wird Thalwil aus Sicht des Regierungsrates weiterhin attraktive Verbindungen in die Zentralschweiz haben. So werde das stündliche IR-Angebot durch eine halbstündliche S-Bahn-Umsteigeverbindung mit der S8 (Region Zimmerberg nach Thalwil) und der S24 (Thalwil nach Zug) ergänzt. Damit sei die wichtige regionale Erschliessung sichergestellt.