S-Bahn
Zürcher Regierung: Doppelspurausbau Uster-Aathal nicht Kantonssache

Der Kanton Zürich soll nach Ansicht des Regierungsrates keine eigene Kreditvorlage für den Ausbau der S-Bahn-Strecke Uster-Aathal auf Doppelspur ausarbeiten. Er empfiehlt dem Kantonsrat, eine entsprechende Einzelinitiative abzulehnen.

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Bahnhof Aathal. (Archiv)

Bahnhof Aathal. (Archiv)

Keystone

Er unterstütze das Anliegen der Initiative inhaltlich, schreibt der Regierungsrat in seinem am Donnerstag veröffentlichten Antrag. Und er werde sich auch weiterhin beim Bund für die Verwirklichung des Projektes im Ausbauschritt 2030 des strategischen Entwicklungsprogramms (STEP) von FABI (Finanzierung und Ausbau der Eisenbahninfrastruktur) einsetzen.

Seit der vorläufigen Unterstützung der Einzelinitiative durch den Kantonsrat im Herbst 2013 habe sich die Finanzierung der Eisenbahninfrastruktur mit dem Volksentscheid vom Februar 2014 zum FABI-Bundesbeschluss grundlegend geändert, schreibt der Regierungsrat.

Auch Infrastrukturausbauten, die hauptsächlich dem Regionalverkehr dienen, würden neu aus dem Bahninfrastrukturfonds finanziert. Der Doppelspurausbau der Strecke Uster-Aathal sei in der Dringlichkeitsstufe 1 von FABI enthalten und solle im Rahmen des STEP-Ausbauschrittes 2030 umgesetzt werden.

Damit werde auf Bundesebene nicht nur die Bedeutung des Ausbaus anerkannt, sondern auch dessen Finanzierung durch den Bund über den Bahninfrastrukturfonds bestätigt. Bei dieser Ausgangslage ist es nach Ansicht des Regierungsrates nicht angezeigt, dass der Kanton Zürich eine eigene Kreditvorlage für das Doppelspur-Projekt ausarbeitet.

Denn sonst würden die kantonalen Finanzen über Jahre belastet, zusätzlich zum kantonalen Beitrag von jährlich 120 Millionen Franken in den Bahninfstrastrukturfonds, schreibt der Regierungsrat.

Kapazität "am obersten Limit"

Der Kapazitätsausbau im Korridor Zürich-Uster-Wetzikon ist laut Regierungsrat zusammen mit dem Angebotsausbau im Korridor Zürich-Winterthur ein wichtiger Bestandteil des Projektes "Zürcher S-Bahn 2G, Ausbauschritt 2030".

Der Doppelspurausbau Uster-Aathal soll zusammen mit dem Ausbau des Bahnhofs Stadelhofen auf vier Gleise einen weiteren Angebotsausbau ermöglichen und die Fahrplanstabilität verbessern.

Heute steht für die drei S-Bahn-Linien S5, S14 und S15, die von Zürich ins Zürcher Oberland fahren, zwischen Uster und Aathal nur ein Gleis für beide Fahrtrichtungen zur Verfügung. Die Strecke sei verspätungsanfällig und die Kapazität "am obersten Limit" angelangt, heisst es in der Begründung der Einzelinitiative, die von einem Wetziker Stimmbürger eingereicht wurde.

Jede noch so kleine Verspätung auf diesem Streckenabschnitt führe zu grösseren Folgeverspätungen, die sich auf den Bahnhof Stadelhofen und damit auf das ganze Zürcher S-Bahn-Netz negativ auswirkten.

Durch eine zweite Spur auf der südlichen Seite des bestehenden Gleises seien "Anlagen von denkmalpflegerischer Bedeutung betroffen und die Spielräume für Revitalisierungsmassnahmen am Aabach abschnittsweise stark eingeschränkt", schreibt der Einzelinitiant. Deshalb sei eine Tunnellösung für Teilabschnitte zu untersuchen.

Auch der Regierungsrat hält es für richtig, verschiedene Möglichkeiten abzuklären, Varianten entlang der bestehenden Strecke als auch Tunnellösungen. Neben der technischen Machbarkeit und den Kosten seien auch Umweltfaktoren - wie der Gewässerschutz - in der Beurteilung zu berücksichtigen. (sda)

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