Zürich
Zürcher Polizist aus U-Haft entlassen – Staatsanwalt eröffnet Verfahren

Einer der im Zusammenhang mit der Zürcher Polizeiaffäre verhafteten Stadtpolizisten ist am Donnerstag aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Gegen sechs weitere wurden Strafverfahren eröffnet.

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Abgesperrt: Die Chili’s Bar im Zürcher Kreis 4 während der Razzia.Tele Züri

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Die Staatsanwaltschaft untersucht, ob sie sich mit einer Einladung ans Oktoberfest in Zürich haben bestechen lassen.

Nach mehreren Einvernahmen des Polizisten sei der Haftgrund "Verdunkelungsgefahr" nicht mehr gegeben, teilte die Oberstaatsanwaltschaft mit. Aus diesem Grund sei er aus der Untersuchungshaft entlassen worden.

Laut Oberstaatsanwaltschaft wurde mittlerweile auch für den Wirt eines zweiten Milieu-Lokals Untersuchungshaft angeordnet. Ihm wird unter anderem Bestechung vorgeworfen.

Für zwei weitere Personen aus dem Umfeld des Nachtclubs "Chilli" habe die Staatsanwaltschaft Untersuchungshaft beantragt, heisst es weiter in der Mitteilung. Diese Anträge stünden im Zusammenhang mit Kreditkartenmissbräuchen.

Elf von 17 Sittenpolizisten unter Verdacht

Insgesamt werden gegen elf von insgesamt 17 Mitarbeitern der Stadtpolizei-Fachgruppe Milieu/Sexualdelikte Untersuchungen geführt. Sechs von ihnen wird vorgeworfen, sie hätten sich von einem Milieu-Wirt ans Zürcher Oktoberfest 2012 auf dem Bauschänzli einladen lassen, sagte Corinne Bouvard, Sprecherin der Oberstaatsanwaltschaft.

Wie Stadtpolizei-Sprecher Marco Cortesi auf Anfrage sagte, arbeiten die sechs Betroffenen aber trotz der Ermittlungen weiter. Gemäss bisherigen Erkenntnissen der Stadtpolizei gehe es in diesen Fällen höchstens um eine allfällige Verletzung der Dienstvorschriften.

Die Stadtpolizei unterstütze die Staatsanwaltschaft bei den Ermittlungen, sagte Cortesi. "Wir haben selber Interesse daran, die Vorwürfe abzuklären."

Von den fünf vergangene Woche festgenommenen Polizisten sitzen zwei noch immer in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen gehen allerdings gegen alle fünf weiter. Den Polizisten wird vorgeworfen, vertrauliche Informationen, etwa über anstehende Polizeikontrollen, ins Milieu weitergeleitet zu haben. Die Angeschuldigten bestreiten dies.

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