Grippeimpfung
Zürcher Pflegepersonal zeigt sich resistent gegen Grippeimpfung

In Zürcher Spitälern drücken sich die Pflegeangestellten vor der Grippeimpfung. Sollte sich dies nicht ändern, droht ein Obligatorium.

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Zürcher Pflegepersonal zeigt sich resistent gegen Grippeimpfung. (Archiv)

Zürcher Pflegepersonal zeigt sich resistent gegen Grippeimpfung. (Archiv)

Keystone

Laut einer Umfrage des Verbands Zürcher Krankenhäuser (VKZ) liegt die Quote aller Angestellten die sich gegen die Grippe geimpft haben, aktuell in den Zürcher Spitälern zwischen 14 und 42 Prozent.

Wobei das Gros der Betriebe ungefähr eine Impfquote von 20 Prozent aufweist. Diese Zahlen liegen weit unter dem vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) geforderten Wert, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Ziel des BAG ist eine Impfquote von 70 Prozent beim Gesundheitspersonal.

Der VKZ lancierte letzten Herbst eine grosse Kampagne fürs Grippeimpfen. In sämtlichen Zürcher Spitälern erhielten insgesamt 38000 Angestellte in ihrem Lohncouvert einen Flyer, der sie zum Impfen motivieren sollte.

Die nun vorliegenden Resultate zeigen auf, dass die Impfquote insgesamt um ungefähr 5 Prozent gestiegen ist. Der Präsident des VZK, Christian Schär, spricht sich laut «Tages-Anzeiger» für ein Impfobligatorium aus.

Am schlechtesten abgeschnitten hat das Spital Bülach. Dort haben sich bloss 7,7 Prozent der Pflegenden gegen die saisonale Grippe geimpft. Die Kampagne vom letzten Herbst zeigte keine grosse Wirkung.

Letztes Jahr waren es 5,4 Prozent. Anders sieht es bei den Ärzten aus. Dort stieg die Impfquote von 20 auf 60 Prozent.

«Die Ärzte glauben an die Schulmedizin. Die Pflegenden hingegen lassen sich nicht überzeugen. Sie verschliessen sich dem Argument, dass sie auch andere anstecken können, ohne selbst zu erkranken.» erklärt Franziska Berger, Pflegedienstleiterin Spital Bülach, gegenüber dem «Tages-Anzeiger».

Berger sei ebenfalls dafür, dass die Grippeimpfung für das Pflegepersonal obligatorisch werden soll.

Spitzenreiter laut «Tages-Anzeiger» ist das Kinderspital (Kispi). Übers ganze Spital gesehen stieg die Quote von 34 auf 42 Prozent und beim Pflegepersonal von 30 auf 37 Prozent.

Am meisten stieg die Impfquote beim medizischen Fachpersonal des Kispi, nämlich von 29 auf 44 Prozent. Ebenfalls gesteigert hat sich das Stadtspital Triemli. Die Impfquote beim Pflegepersonal stieg von 11 auf 33 Prozent.