Oper-Saison
Zürcher Opernhaus mit mehr Einnahmen und besserer Auslastung

Das Zürcher Opernhaus hat aus finanzieller Sicht eine erfolgreiche Saison 2014/15 hinter sich: Es konnte mehr Zuschauer anziehen, hatte eine höhere Auslastung und nahm mehr Geld ein als in der Saison zuvor. Nun steht aber Sparen auf dem Programm.

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Das Opernhaus lieferte 2015 "ausgezeichnete Zahlen".

Das Opernhaus lieferte 2015 "ausgezeichnete Zahlen".

Keystone

331 Mal öffnete sich in der Saison 2014/2015 der Vorhang im Opernhaus, vor insgesamt 237'642 Zuschauerinnen und Zuschauern. Das sind knapp 5000 mehr als in der Saison 2013/2014. Auch die Auslastung stieg: Sie betrug total 84,3 Prozent, das sind 0,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Unter dem Strich erzielte das Opernhaus einen Gewinn von 407'000 Franken, was 115'000 Franken mehr sind als in der vorigen Saison. Dies geht aus den Zahlen hervor, die am Montag veröffentlicht wurden.

Etwas weniger gut sieht es allerdings beim Thema "Eigenwirtschaftlichkeitsgrad" aus. Diese Zahl zeigt, zu wie viel Prozent das Opernhaus sich selber finanzieren kann. In der Saison 2014/15 lag die Eigenwirtschaftlichkeit nur noch bei 38,6 Prozent. Ein Jahr zuvor waren es noch 39,7 Prozent.

Vorgaben des Kantons eingehaltenDie Verantwortlichen begründen den Rückgang um 0,9 Prozent mit dem Verkauf der alten Probebühne im Vorjahr. Diese Einnahmen würden in der aktuellen Saison natürlich fehlen, was Einfluss auf die Eigenwirtschaftlichkeit habe. Die Vorgabe des Kantons von 30 bis 35 Prozent werde aber immer noch sehr gut eingehalten.

"Ausgezeichnete Zahlen", fasste Verwaltungsratspräsident Markus Notter die Saison vor den Medien zusammen. Das "Konzept Homoki" unter Intendant Andreas Homoki funktioniere, nicht nur künstlerisch, sondern auch finanziell. Es sei sogar möglich gewesen, etwas Reserven für härtere Zeiten zu schaffen.

Opernhaus-Budget um 1,6 Millionen gekürzt

Diese härteren Zeiten sind bereits in wenigen Tagen da: Das Opernhaus startet mit 3,1 Millionen Franken weniger in der Kasse ins neue Jahr. 1,6 Millionen Franken kürzte der Zürcher Kantonsrat aus dem Budget, was zwei Prozent des Gesamtaufwandes entspricht.

Weitere 1,5 Millionen muss das Opernhaus für die Sanierung seiner Pensionskasse aufwenden. Mehr einnehmen sei kaum möglich. Die Auslastung könne voraussichtlich nicht weiter gesteigert werden, sagte Finanzchef Christoph Berner. "Wir werden deshalb bei Gagen, Ausstattungskosten und beim Personal sparen."

Bei den Stars wird nicht gespart

Ein Stellenabbau ist zwar nicht geplant. Sparen will das Opernhaus aber beispielsweise beim Chor. Bei einzelnen Produktionen brauche es gar keine Vollbesetzung, sagte Berner weiter.

Bei den grossen Namen will das Opernhaus den Rotstift nicht ansetzen: Stars wie Cecilia Bartoli oder Anna Netrebko kosten zwar viel, garantieren dem Opernhaus aber auch einen vollen Saal zu hohen Ticketpreisen. Die Gagen hole man problemlos wieder rein, sagte Homoki. "Eine Bartoli kann bei uns singen, so viel sie will."