Tanz dich frei
Zürcher Obergericht verurteilt "Tanz dich frei"-Demonstrant

Das Zürcher Obergericht hat einen heute 29-jährigen Mann aus Winterthur wegen Landfriedensbruchs verurteilt. Es bestätigt damit das erstinstanzliche Urteil gegen den Teilnehmer an der Winterthurer "Tanz dich frei"-Demo.

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Die Polizei kesselt die Demonstranten der Tanz dich frei-Aktion ein, am Samstag, 21. September 2013 in Winterthur..JPG

Die Polizei kesselt die Demonstranten der Tanz dich frei-Aktion ein, am Samstag, 21. September 2013 in Winterthur..JPG

Keystone

Der Mann hatte laut Anklage am 21. September 2013 in Winterthur an der unbewilligten Demonstration unter dem Motto "Tanz dich frei“ teilgenommen. Dabei soll er eine Flasche gegen Polizeibeamte geworfen haben. Die Staatsanwaltschaft See/Oberland legte beim Prozess Videoaufnahmen vor.

Polizei bei "Tanz dich frei"-Demo am Bahnhof Winterthur (Archiv)

Polizei bei "Tanz dich frei"-Demo am Bahnhof Winterthur (Archiv)

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Bei der "Tanz dich frei"-Demonstration wurden insgesamt 93 Personen verhaftet, 11 verletzt. Eine damals 19-jährige Frau erlitt durch ein Gummigeschoss eine Augenverletzung. Ein Polizist trug einen Gehörschaden davon, weil neben ihm eine Knallpetarde explodierte. Juristisch harren diverse Fälle noch der Klärung.

Keinen Papierflieger geworfenDer Beschuldigte verweigerte am Donnerstag vor Obergericht jegliche Aussage. Sein Verteidiger verlangte einen Freispruch. Sein Klient habe gar nicht realisiert, was los gewesen sei.

Die Polizei raeumt den Bahnhof waehrend der Demonstration Tanz dich frei am Samstag, 21. September 2013 in Winterthur.

Die Polizei raeumt den Bahnhof waehrend der Demonstration Tanz dich frei am Samstag, 21. September 2013 in Winterthur.

Keystone

Er sei unvermittelt von der Polizei eingekesselt worden und habe sich somit plötzlich in einer Zwangssituation befunden. Später sei er dann verhaftet worden. Laut Verteidiger ist nicht klar, ob sein Klient eine Flasche geworfen hat.

Die Oberrichter sahen den Straftatbestand des Landfriedensbruchs aufgrund der aktiven Teilnahme des Beschuldigten als erwiesen an. Beim Flaschenwurf wisse man nicht, ob es in der Tat eine Flasche gewesen sei, erklärte der Gerichtsvorsitzende. Allerdings höre man auf dem Video ein Scherbeln. "Jedenfalls hat der Beschuldigte keinen Papierflieger geworfen", sagte der Richter.

Mit der Bestätigung des Schuldspruchs des Winterthurer Bezirksgerichts durch das Obergericht wurden die Berufungskosten von 3000 Franken dem Demo-Teilnehmer auferlegt. Hinzu kommen noch die 3600 Franken wegen Landfriedensbruchs.