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Zürcher Obergericht spricht Pressefotografen frei

Medien Das Obergericht stiess das Urteil des Bezirksgerichts im Fall Klaus Ròzsa um. Die Gewerkschaft Syndicom spricht von einem moralischen Sieg.

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Dieses Bild schoss Klaus Ròzsa während des Polizeieinsatzes gegen linksautonome Besetzer im leerstehenden Fussballstadion Hardturm.

Dieses Bild schoss Klaus Ròzsa während des Polizeieinsatzes gegen linksautonome Besetzer im leerstehenden Fussballstadion Hardturm.

Das Zürcher Obergericht hat gestern Klaus Ròzsa, Pressefotograf und ehemaliger Präsident des Sektors Presse der einstigen Mediengewerkschaft Comedia, vom Vorwurf der Gewalt und Drohung gegen Beamte sowie des Nichtbefolgens einer polizeilichen Anordnung freigesprochen. Es stiess damit das Urteil der Vorinstanz, des Bezirksgerichts Zürich, um.

Wie die Mediengewerkschaft Syndicom mitteilte, sprach das Obergericht dem Beschuldigten eine Prozessentschädigung zu. Dieser «moralische Sieg» sei sehr erfreulich, heisst es in der Mitteilung.

Polizeiarbeit darf gefilmt werden

Der Vorfall geht auf den 4. Juli 2008 zurück. Die Polizei löste damals eine Besetzung des alten, ungenutzten Stadions Hardturm in Zürich auf. Ròzsa fotografierte und wurde dabei von zwei Polizisten unsanft festgenommen.

Diese Festnahme sei nicht gerechtfertigt gewesen, urteilte nun das Obergericht. Ein gewisser Widerstand in der damaligen Situation könne dem Fotografen nicht zur Last gelegt werden. Polizisten müssten sich gefallen lassen, dass ihre Arbeit gefilmt und fotografiert werde.

Die Oberrichter sahen die Angelegenheit damit ganz anders als das Bezirksgericht. Dieses hatte Ròzsa im Juni 2012 schuldig gesprochen und zu einer bedingten Geldbusse verurteilt.

Untersuchung gegen Polizisten

Bereits im vergangenen Juni hatte Ròzsa vor Bundesgericht Recht bekommen: Er hatte die Einstellungsverfügung der Zürcher Staatsanwaltschaft gegen die beiden beteiligten Polizisten angefochten. Das Bundesgericht hiess seine Beschwerde gut und wies die Staatsanwaltschaft an, eine Strafuntersuchung gegen die Polizisten durchzuführen. (sda)