Urteil
Zürcher Obergericht erklärt Versteigerung des Restaurants Hasenstrick für rechtmässig

Die Versteigerung des bekannten Ausflugsrestaurants Hasenstrick im Zürcher Oberland ist rechtmässig. Dies hat das Zürcher Obergericht entschieden. Es hat eine ganze Reihe von Beschwerden des ehemaligen Besitzers abgewiesen.

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Das Zürcher Obergericht wies die Beschwerden des ehemaligen Besitzers des Ausflugsrestaurants Hasenstrick zurück. (Bild: Obergericht Zürich)

Das Zürcher Obergericht wies die Beschwerden des ehemaligen Besitzers des Ausflugsrestaurants Hasenstrick zurück. (Bild: Obergericht Zürich)

Keystone

Das Restaurant und Hotel Hasenstrick in Dürnten ist ebenso bekannt für seine Aussicht auf den Zürichsee und die Alpen wie für den kleinen Flugplatz, der unmittelbar nebenan liegt. Jahrelang war hier die Fluggruppe Hasenstrick zuhause und bot mit ihren kleinen Maschinen Rundflüge an.

Als 2002 ein neuer Besitzer, ein Architekt aus dem Rheintal, das ehemalige Kurhaus und den Flugplatz kaufte, änderte sich dies. Ein neuer Pachtvertrag zwischen der Fluggruppe und dem Besitzer kam nie zustande. Nach jahrelangem Streit verliess die Fluggruppe schliesslich 2009 den Hasenstrick.

Der neue Besitzer wollte selbst Flüge anbieten, erhielt jedoch trotz etlicher Gänge vor Gericht keine Betriebsbewilligung. Im November 2016 wurde schliesslich der Konkurs über den Hasenstrick verhängt.

Versteigerung von Hotel und Hangar

Im Februar dieses Jahres versteigerte das Betreibungsamt Rüti dann das Restaurant und den Hangar. Den Zuschlag erhielt eine Wetziker Immobilienfirma für 2,5 Millionen Franken - im Beisein des ehemaligen Besitzers.

Der Rheintaler Architekt versuchte im Anschluss, die Versteigerung rückgängig zu machen. Vier Firmen, die alle auf seinen Namen lauten, erhoben Beschwerden, die sich unter anderem gegen das Betreibungsamt Rüti und den neuen Besitzer richteten.

Etliche Beschwerden

Diese Firmen bemängelten etliche Details im Zusammenhang mit der Versteigerung. So seien etwa Steigerungsbedingungen und Lastenverzeichnis nicht wortwörtlich und nicht auf hochdeutsch vorgelesen worden. Dabei hätten wichtige Informationen unterschlagen werden können.

Das Verlesen habe nur wenige Minuten gedauert, obwohl die Leseprobe alleine für das Lastenverzeichnis des Hotels 29 Minuten erfordert hätte. Die Beschwerdeführerin habe es getestet und erklärte, der Verkauf sei deshalb nichtig.

Das Obergericht wies diese Beschwerde nun ab und bestätigte damit einen Entscheid des Bezirksgerichts Hinwil. Dieses hatte bereits darauf hingewiesen, dass es "faktisch unpraktikabel" sei, ein Dokument wortwörtlich zu verlesen, das tabellarisch dargestellt ist.

Ein weiterer Kritikpunkt bemängelte, dass der neue Besitzer zwar im Namen seiner Wetziker Immobilienfirma um die Liegenschaften bot und der Check mit der geforderten Anzahlung auf die Firma lautete. Den Zuschlag erhielt er danach aber als Privatperson, weil der Handelsregisterauszug seiner Firma nicht aktuell war.

Das Obergericht wies jedoch auch diese Beschwerde ab, denn wer den Betrag bezahle, sei rechtlich bedeutungslos. Die Versteigerung des Ausflugsrestaurants und des Hangars sei somit nicht zu beanstanden.