Spitäle
Zürcher Oberärzte müssen «nur» noch 50 Stunden pro Woche arbeiten

Oberärzte an Zürcher Stadtspitälern werden neu eine Soll- und eine Höchstarbeitszeit haben. Mit 50 beziehungsweise 55 Stunden pro Woche nähert man sich den Vorgaben des Arbeitsgesetzes an.

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Oft 60 Stunden pro Woche im Spital: Ein No-Go, sagt der Stadtrat (Symbolbild)

Oft 60 Stunden pro Woche im Spital: Ein No-Go, sagt der Stadtrat (Symbolbild)

Keystone

Die Oberarztstellen in Stadtspitälern sollen so attraktiver werden. Das kostet jährlich 5 Millionen Franken.

Am ersten Januar 2017 tritt ein neues Reglement für Oberärztinnen und Oberärzte an Zürcher Stadtspitälern in Kraft. Das teilte der Stadtrat am Mittwoch mit. Wichtigste Neuerung ist die Sollarbeitszeit von 50 Stunden pro Woche bei einer Höchstarbeitszeit von 55 Stunden sowie die Möglichkeit, Überstunden zu kompensieren.

Wenn die Oberärzte weniger lange arbeiten müssen, braucht es aber neue Stellen. Ausserdem müssen die Überstunden abgegolten werden. Alles in allem rechnet der Stadtrat mit jährlichen Mehrkosten von 5 Millionen Franken.

Der Stadtrat bezeichnet das neue Reglement als Antwort auf den national herrschenden Mangel an hochqualifiziertem Personal. Die Regelungen sollen die Stellen attraktiver machen. Der Gemeinderat hatte die Revision des Reglements im Frühling 2016 beim Stadtrat in Auftrag gegeben.

Zürich im Rückstand

Bei der Zürcher Sektion des Vereins Schweizerischer Assistenz- und Oberärzte (VSAO) heisst es auf Anfrage der sda, dass die Stadt Zürich mit der Anpassung der Arbeitszeiten für Spitalärzinnen und -ärzte im kantonalen Vergleich im Rückstand sei. In den übrigen Zürcher Spitälern gelte das Arbeitsgesetz bereits heute.

Die neuen Vorgaben für die Stadtspitäler entsprächen ungefähr dem Arbeitsgesetz, sagt der VSAO.