Nordumfahrung
Zürcher Nordumfahrung: Weiningen bekommt eine Autobahnüberdeckung

Im Streit um die Überdeckung der Autobahn bei Weinigen ist es zu einer Lösung gekommen: Die drei beteiligten Parteien haben sich geeinigt, die Abdeckung zu verlängern. Was die Bauunternehmung kosten soll, ist jedoch noch nicht klar.

Sophie Rüesch
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Gubrist Tunnel

Gubrist Tunnel

Keystone

Eine Lösung im Streit um die Autobahnüberdeckung bei Weiningen ist in Sicht: Am späten Freitagabend haben der Gemeinderat Weinigen, das Bundesamt für Strassen (Astra) und die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich sich auf eine Verlängerung des Gubrist-Tunnels um 100 Meter in Richtung Limmattaler Kreuz geeinigt. Dies teilte die kantonale Volkswirtschaftsdirektion gestern mit.

In der Absichtserklärung ist ausserdem die Anpassung des Halbanschlusses Weiningen sowie die Überprüfung der Lage der Lüftungsanlagen vorgesehen. Damit wird die Motion der Verkehrskommission des Nationalrats erfüllt. Die Motion forderte, dass im Zuge des Ausbaus der Zürcher Nordumfahrung und der dritten Gubriströhre eine Lösung für Weiningens Bedürfnis nach besserem Lärmschutz gesucht werden solle.

Gemeindepräsident «verhalten zufrieden»

Weiningens Gemeindepräsident und Kantonsrat Hanspeter Haug zeigt sich verhalten zufrieden: «Wir haben auf der Verhandlungsebene erreicht, was möglich ist.» Ob er glücklich über die Einigung sei, kann er aber nicht so genau beantworten: «Es ist eine Frage der Perspektive», sagt er: «Im Vergleich zu gar nichts ist eine Überdeckung von 100 Metern natürlich gut.»

Denn die Alternative wäre der Rechtsweg. Im Februar reichte die Gemeinde Beschwerde ein gegen die Plangenehmigung des Bundes für den Ausbau der Zürcher Nordumfahrung. Die sah gar keine Überdeckung vor. Bei einem Sieg würden die Weiniger zwar ihre geforderten 270 Meter Überdeckung erhalten; bei einer Niederlage stünden sie aber mit leeren Händen da.
Die hängige Beschwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht wird durch die Absichtserklärung nicht beeinflusst. «Die Beschwerde ist unser Trumpf im Ärmel», so Haug. Dank der Einigung könne man nun im Falle eines Entscheides zuungunsten der Gemeine immerhin auf die Vereinbarung mit Astra und Volkswirtschaftsdirektion zurückgreifen.

Details noch offen

Nun wird das Astra ein Projekt ausarbeiten, das dann vor die Gemeindeversammlung kommen wird. «Letztlich müssen die Stimmbürger entscheiden», sagt Haug. Sollten sie das vorgeschlagene Projekt ablehnen, werde man vors Bundesgericht gehen, so Haug weiter. Persönlich empfiehlt er, das Projekt anzunehmen: «Wir haben etwas erreicht.» Zwar sei es nicht die Maximalvariante mit einer 270 Meter langen Abdeckung. Doch die vereinbarten 100 Meter, die Anpassung des Halbanschlusses und die Überprüfung der Lüftungsanlagen sei besser als nichts. «Der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach», so Haug. Ausserdem glaubt er nicht, dass auf dem Verhandlungsweg noch mehr herauszuholen ist.

Wie die Verlängerung genau aussehen wird und wie viel sie kostet, ist laut Mitteilung der Volkswirtschaftsdirektion noch offen und wird Gegenstand der weiteren Projektierung sein. Der Bund übernimmt jenen Teil der Kosten, «den er für die üblichen Lärmschutz- und Gestaltungsmassnahmen aufwenden müsste». Den Restbetrag müssen Kanton und Gemeinden tragen.
Die Portalverlängerung soll den Ausbau der Nordumfahrung nicht verzögern. Gemäss Absichtserklärung soll die Testplanung bis im Sommer 2013 abgeschlossen sein. Unmittelbar danach sollen die Projektierungsarbeiten beginnen.