Terror in Paris
Zürcher Muslime distanzieren sich von den «scheinreligiösen Verbrechern»

Zusammen mit dem Dachverband der Schweizer Muslime haben sich auch die Schweizer Muslime von den Attentaten in Paris distanziert. Mit Religion habe dies nichts zu tun.

Jürg Krebs
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Mahmoud El Guindi mit Markus Notter

Mahmoud El Guindi mit Markus Notter

Kathrin Fink

Der islamische Nationalverband in der Schweiz, der KIOS, verurteilt in einer gemeinsamen Erklärung mit den Kantonalverbänden, den Vereinen und Muslimen in der Schweiz. Darunter ist auch die Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich, kurz VIOZ. Sie sprechen von einem «entsetzlichen terroristischen Verbrechen gegen die Menschlichkeit».

Der Islam schütze jegliches Leben und gebiete verbindlich: «Wer einen Menschen tötet, für den soll es sein, als habe er die ganze Menschheit getötet. Und wer einen Menschen rettet, für den soll es sein, als habe er die ganze Welt gerettet.»

Freiheitliche Gesellschaftsordnung aufrechterhalten

Und: «Wir entbieten allen Trauernden und Hinterbliebenen unser aufrichtiges Beileid und bedauern zutiefst, dass der Namen unserer Religion durch scheinreligiöse Verbrecher immer wieder missbraucht wird, um Terror zu verbreiten und unseren Mitmenschen Leid und Trauer zuzufügen. Unser gemeinsames Streben ist die Solidarität und Vertrauensbildung zwischen allen Religionsgemeinschaften zu stärken und die freiheitliche Gesellschaftordnung aufrechtzuerhalten.»

Im Interview mit Tagesanzeiger.ch vom Montag sagt VIOZ-Präsident Mahmoud El-Guindi: «Dies hat mit Religion wenig zu tun. ­Natürlich suchen die Leute, die auf diese schreckliche Art Politik betreiben, in heiligen Büchern irgendwelche Begründungen. Und sie finden immer etwas. Sie würden freilich auch das Gegenteil finden.»