US-Wahlen
Zürcher Mormone missionierte mit Mitt Romney

Ronald Eckart (64) zog vor über 40 Jahren mit dem US-Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney um die Häuser – als Missionare versuchten sie in Nogent-sur-Marne und Paris die Bewohner zum mormonischen Glauben zu bekehren.

Adriana Zilic
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Romney beim Parteitag der Republikaner in Tampa.

Romney beim Parteitag der Republikaner in Tampa.

Keystone

Abgesehen von seinem Schweizer Bankkonto hat der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney kaum Berührungspunkte zur Schweiz – glaubte man bislang. Das stimmt nicht ganz. Denn Romney war einst drei Monate lang mit einem aus der Region Zürich stammenden Mormonen als Missionar unterwegs, wie die Zeitung «Der Sonntag» berichtet.

Ronald Eckart erinnert sich: «Mitt verstand es ausgezeichnet, den Leuten unser Evangelium auf eine überzeugende Art verständlich zu machen», erzählt der 64-jährige Architekt und ehemalige Kaderangestellte einer Schweizer Grossbank gegenüber dem «Sonntag». Aufsässig sei er aber niemals gewesen – aber eloquent und humorvoll. Die gemeinsame Zeit als Missionare verbrachten Eckart und Romney 1968 in Nogent-sur-Marne und Paris. Sie gingen von Tür zu Tür, um die Bewohner zu bekehren.

Romneys gutes Gespür

Eine Eigenschaft des heutigen US-Spitzenpolitikers stach besonders heraus: «Ob eine Person zur Taufe bereit war, erkannte Mitt schnell. Er spürte so etwas.» Um zum mormonischen Glauben zu konvertieren, ist die Taufe Voraussetzung. Romney, heute noch bekennender Mormone, betrieb das Missionieren in Frankreich sehr erfolgreich. «Das gesetzte Ziel der Missionsleitung von 100 Taufen übertraf er. Unter seiner Führung liessen sich gar über 200 Menschen taufen», erinnert sich Eckart im «Sonntag». Die Leiter der Mission und seine Mitarbeiter hätten ihn denn auch als ehrgeizige Person erlebt. Dem Aufenthalt hat der ehemalige Gouverneur von Massachusetts seine ausgezeichneten Französischkenntnisse zu verdanken.