Gemeinderat
Zürcher Löwenbräu Kunstareal langfristig gesichert

Das Löwenbräu Kunstareal in Zürich ist als Zentrum für Gegenwartskunst langfristig gesichert. Das Stadtparlament hat am Mittwoch eine Beteiligung der Stadt an der zu schaffenden Löwenbräu-Kunst AG mit 84 zu 25 Stimmen bei 4 Enthaltungen genehmigt.

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Das Löwenbräu Areal in Zürich

Das Löwenbräu Areal in Zürich

Keystone

Die einst als Bierbrauerei genutzte Liegenschaft im boomenden Kreis 5 wird seit Mitte der 1990er-Jahre als Standort für zeitgenössische Kunst genutzt. Seither entwickelte sie hier ein Standort mit internationaler Ausstrahlung. In Sachen Handel mit Gegenwartskunst gehört sie neben New York und London zu den drei Top- Destinationen, wie Stadtpräsidentin Corine Mauch sagte.

Die Stadt engagiert sich nun im Hinblick auf eine langfristig Sicherung des Standorts. Sie gründet dazu zusammen mit der Stiftung Kunsthalle Zürich und der Liegenschaften-Betrieb AG des Migros Genossenschaftsbundes die Löwenbräu-Kunst AG. Ans Aktienkapital von 27 Millionen Franken zahlt jeder der drei Partner 9 Millionen.

Die AG wird von der jetzigen Besitzerin, der PSP Swiss Property AG, ein Grundstück samt Gebäuden kaufen. Die Flächen werden dann langfristig an aktuelle und neue Mieterinnen und Mieter aus der Kunstwelt vermietet.

Kritik von SVP, SD und AL

SP, Grüne, GP, FDP, CVP und EVP stellten sich hinter die Weisung des Stadtrats. Sie betonten die Wichtigkeit des Areals für die Standortqualität von Zürich. Die Bedeutung des Kunsthandels wirke sich auch auf Tourismus und Wirtschaft aus. Im übrigen sei es nicht an den einzelnen Gemeinderäten zu definieren, was gute Kunst sei.

Gegen die Beteiligung der Stadt sprachen sich SVP und SD aus. Die anderen Partner könnten das Aktienkapital durchaus auch ohne die Stadt aufbringen, sagte ein Sprecher. Es sei absehbar, dass das Engagement später weitere Kosten nach sich ziehe.

Der SD-Sprecher störte sich unter anderem am Vergleich mit Millionenstädten wie New York und London - Zürichs «altbekannter Metropolen-Fimmel».

Auch die AL sprach sich gegen die Beteiligung aus, stimmte aber nicht gegen die Vorlage, sondern enthielt sich der Stimme. Es gehe nicht um Kunst, die Förderung der öffentlichen Hand nötig habe - der Kunsthandel auf dem Löwenbräu Areal richte sich nur an sehr gut betuchte Käufer. (sda)