Kunsthaus Zürich
Zürcher Kunsthaus zeigt, was im Erweiterungsbau zu sehen sein wird

Das Kunsthaus Zürich wirbt für seinen Erweiterungsbau. In einer auf über 1300 Quadratmeter inszenierten Ausstellung wird ab kommendem Freitag gezeigt, was im geplanten Neubau von David Chipperfield nach der voraussichtlichen Eröffnung 2017 zu sehen sein wird.

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KunsthausZuerich Modell des Chipperfield Neubaus (Annika Bütschi)
6 Bilder
KunsthausZuerich Mehr Platz für moderne Werke (Annika Bütschi)
KunsthausZuerich David Chipperfield, der Architekt des Neubau-Projekts (Annika Bütschi)
Das Rüebli-Bild hat Urs Fischer als Grundstein des neuen Kunsthauses geliefert (Annika Bütschi)
KunsthausZuerich Bilder zeigen Innenräume des geplanten Neubaus (Annika Bütschi))
Kunsthaus Zürich

KunsthausZuerich Modell des Chipperfield Neubaus (Annika Bütschi)

Am 25. November wird das Stimmvolk der Stadt Zürich entscheiden, ob die Stadt einen Investitionsbeitrag in der Höhe von 93 Millionen Franken an den Kunsthaus-Neubau bezahlen und die jährlichen Subventionen erhöhen soll. Die Erweiterung kostet insgesamt 206 Millionen Franken.

Die Zeit bis zur Abstimmung nutzt nun das Zürcher Kunsthaus, um dem Publikum zu zeigen, «was es in den entstehenden, neuen Räumen an grosser Kunst und Architektur erwarten kann», wie es in einer Mitteilung vom Montag heisst.

Ein Hauptaugenmerk liegt dabei auf jenem Teil der Ausstellung, der den Erweiterungsbau selber präsentiert. In Zusammenarbeit mit David Chipperfield Architects werden eine Reihe Modell-Elemente gezeigt und mit den Bauplänen kombiniert. So werde der Entwurf als Hauptwerk des rennomierten Architekten erfahrbar gemacht.

Grossformatige Ansichten, die anhand mehrerer Modelle des Gebäudes fotografisch erstellt wurden, sollen die Wirkung der neuen Räume vermitteln. Sie lenken den Blick auf architektonische Details.

Im Weiteren zeigt die Ausstellung, die vom 5. Oktober 2012 bis am 6. Januar 2013 im Kunsthaus zu sehen ist, neben Werken aus der eigenen Sammlung auch Leihgaben aus bedeutenden Privatsammlungen und Neuerwerbungen. Insgesamt werden 78 Werke ausgestellt.

Platz für Dada

Platz bekommen soll im Erweiterungsbau auch wieder der Dadaismus. So wird in der Ausstellung eine Auswahl von hauseigenen Schätzen der Bewegung gezeigt, die «aufgrund der knappen Raumverhältnisse im bestehenden Kunsthaus sowie aus konservatorischen Gründen» nicht immer gezeigt werden können, wie das Kunsthaus schreibt.

Ab Ende 2017 werden gemäss Mitteilung bedeutende Privatsammlungen als langfristige Leihgaben ins erweiterte Kunsthaus einziehen. Erwähnt wird dabei etwa die Sammlung Bührle, die 2010 bereits einmal in einer temporären Ausstellung gezeigt wurde. Diesmal liegt der Fokus auf der Sammlung der Fondation Looser.

Der Schwerpunkt dieser Sammlung liegt laut Kunsthaus bei der amerikanischen, aber auch europäischen Kunst der 1960er bis 1990er Jahre, namentlich Abstrakter Expressionismus, Minimal Art und Arte Povera. Werke des Amerikaners Willem de Kooning werden dabei mit Spitzenwerken aus der Kunsthaussammlung von Jasper Johns, Andy Warhol oder Roy Lichtenstein zusammengebracht.

Der Erweiterungsbau wird aber auch grosse Teile der Klassischen Moderne und die neuere Gegenwartskunst beherbergen. Zusätzlich soll er einen grossen Bestand zur französischen Kunst des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts vereinigen.

«Langersehnter Wechselausstellungsbereich»

Neben klassisch nach Epochen inszenierten Räumen gibt es aber auch Flächen für «dynamische», also wechselnde Präsentationen. Als einen Höhepunkt bezeichnet das Kunsthaus eine Präsentation des gewichtigen Sammlungsbestandes von Henri Matisse. Für diese werde ein «langersehnter» mittelgrosser Wechselausstellungsbereich geschaffen.

Platz bekommen sollen im Neubau aber auch zeitgenössische Künstler wie etwa Pipilotti Rist. Eine Lounge wird zudem Raum für interaktive Angebote und Begegnungen bieten sowie Platz für verschiedene Begleitveranstaltungen.