Studienplätze
Zürcher Kantonsregierung will mehr Medizin-Studienplätze

Die Zürcher Regierungsrat spricht sich dafür aus, die Zahl der Studienplätze für Medizin zu erhöhen. Ausserdem solle die Zulassungsbeschränkung, also der Numerus clausus, kritisch überprüft werden. Auf diese Weise soll dem Mangel an Hausärzten begegnet werden.

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Studierende vor dem Eingang zum Hauptgebäude der Uni Zürich (Archiv)

Studierende vor dem Eingang zum Hauptgebäude der Uni Zürich (Archiv)

Keystone

In seiner Antwort auf ein SP-Postulat, das Strategien gegen den Hausärztemangel forderte, betont der Regierungsrat, bisher gebe es im Kanton Zürich keinen Notstand in der ambulanten ärztlichen Versorgung. allerdings seien 2010 bereits 30 Prozent aller niedergelassenen Ärzte im Kanton über 60 Jahre alt gewesen.

Fünf Jahre zuvor waren es noch 20 Prozent. Dies könne längerfristig zu einem Problem in der medizinischen Grundversorgung führen. Dazu komme, dass immer mehr niedergelassene Ärztinnen und Ärzte Teilzeit arbeiteten. Inzwischen seien es bereits 25 Prozent.

Bereits Gegenmassnahmen ergriffen

Als Gegenmassnahme habe der Kanton bereits das Institut für Hausarztmedizin an der Uni Zürich eingerichtet und die Zahl der Studienplätze um 20 Prozent erhöht. Ausserdem sei die Möglichkeit geschaffen worden, dass künftige Hausärzte bei niedergelassenen Ärzten eine Praxisassistenz absolvieren könnten. Die 45 Plätze seien 2010 auch schnell besetzt gewesen.

Da seit 2009 für Allgemeinpraxen auch kein Zulassungsstopp mehr bestehe, habe es auch wieder mehr neue Hausarztpraxen gegeben: 2010 wurden 50 Praxen neu bewilligt - 2009 waren es noch 37 gewesen.

Alle Massnahmen, die über die bereits getroffenen hinausgingen, könne der Kanton nicht alleine veranlassen, schreibt der Regierungsrat. Dazu gehöre beispielsweise die Änderung der Tarifordnung, die heute Fachärzte besser honoriert als Allgemeinärzte.

Kritisch überdenken müsse man auch die Zulassungsbeschränkungen zum Medizinstudium, meint die Kantonsregierung. Dazu gehöre auch der Numerus Clausus, der den Zugang zu dem Studium erschwert.