Gleichstellung
Zürcher Kantonsrat will keine Frauenquote in Aufsichtsgremien

Der Zürcher Kantonsrat will keine Frauenquote für die Aufsichtsgremien der selbstständigen öffentlich-rechtlichen Anstalten des Kantons Zürich. Er hat am Montag ein Postulat von SP, Grünen und GLP mit 100 zu 63 Stimmen abgelehnt.

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Der Zürcher Kantonsrat will keine Frauenquote für Aufsichtsgremien.

Der Zürcher Kantonsrat will keine Frauenquote für Aufsichtsgremien.

Keystone

Gefordert wurde, dass eine Vertretung beider Geschlechter von mindestens 30 Prozent der Strategie- und Aufsichtsgremien vorsieht. Dies sei nicht nur aus Gründen der Gleichstellung angebracht, sondern auch aus volkswirtschaftlicher Sicht sinnvoll, sagte Postulantin Céline Widmer (SP, Zürich). Der Regierungsrat wäre zur Entgegennahme bereit gewesen.

Heute seien Frauen trotz ihres guten Ausbildungsniveaus in Führungsgremien stark untervertreten. Eine Regelung, wie sie für den Kanton Zürich vorgesehen war, gibt es bereits im Kanton Basel-Stadt.

Nach Ansicht von Roland Scheck (SVP, Zürich) wäre es "verwerflich und verfassungsrechtlich höchst problematisch", wenn bei der Wahl der Mitglieder der Gremien nicht auf die Eignung der Leute abgestellt würde.

Die Fähigkeiten und nicht das Geschlecht solle beim Personalentscheid ausschlaggebend sein, meinte Hans Peter Häring (EDU, Wettswil a.A.). Auch Jean-Philippe Pinto (CVP, Volketswil) und Alex Gantner (FDP, Maur) sprachen sich "gegen Quotenfrauen und Quotenmänner" aus.