Strommarkt
Zürcher Kantonsrat verlangt eine Strategie für die EKZ

An der Jahresrechnung der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) hatte der Zürcher Kantonsrat am Montag eigentlich nichts auszusetzen: Er vermisst aber eine Strategie und kritisiert die Beteiligung an der Axpo.

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Dem Kantonsrat fehlt es an einer Strategie, in welche Richtung der Regierungsrat mit den Elektrizitätswerken gehen will.

Dem Kantonsrat fehlt es an einer Strategie, in welche Richtung der Regierungsrat mit den Elektrizitätswerken gehen will.

Limmattaler Zeitung

Es komme ihm vor, als ob ein Vegetarier in eine Grossmetzgerei investiere, sagte Hans Wiesner (GLP, Bonstetten). Damit kritisierte er, dass die EKZ 18,4 Prozent der Axpo-Aktien halten. Denn die EKZ bieten nur Energie aus erneuerbaren Quellen an, Atomstrom verkaufen sie nicht mehr. Diese Haltung habe sich, obwohl die EKZ die grössten Aktionäre seien, nicht auf die Axpo ausgewirkt, sagte Wiesner.

Dass die Beteiligung überdacht werden müsse, forderte auch Beat Habegger (FDP, Zürich). Denn dem Energieunternehmen Axpo und dem Energieversorger EKZ könnten unterschiedliche Rollen zukommen.

Ohnehin fehle es an einer klaren Strategie, was der Regierungsrat mit den Elektrizitätswerken vorhabe, monierte Beat Bloch (CSP, Zürich), der Präsident der zuständigen Aufsichtskommission über die wirtschaftlichen Unternehmen. Im Kommissionsbericht heisst es dazu, dass gerade "vor dem Hintergrund der vielen tiefgreifenden Änderungen, Entwicklungen und Unsicherheiten im Strommarkt" eine Eigentümerstrategie sehr wichtig wäre.

Die Jahresrechnung und den Geschäftsbericht 2015 der EKZ genehmigte der Kantonsrat dennoch klar mit 146 Ja-Stimmen. Nein-Stimmen gab es keine, fünf Kantonsräte enthielten sich der Stimmabgabe.

Der EKZ-Umsatz ging im vergangenen Jahr um 30 Millionen Franken auf 732 Millionen zurück. Der Unternehmensgewinn reduzierte sich um 32 auf 35 Millionen Franken. Wie Beat Bloch ausführte, ist dieser Rückgang insbesondere auf die Axpo-Beteiligung zurückzuführen - im vergangenen Jahr schüttete das Unternehmen ihren Aktionären keine Dividende mehr aus.