Zürich Kantonsrat
Zürcher Kantonsrat stellt sich hinter Biennale-Beitrag

Der Kanton Zürich unterstützt die europäische Biennale «Manifesta 11» im Jahr 2016 in Zürich mit höchstens 1,5 Millionen Franken aus den Lotteriefonds.

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Die «Manifesta 10» in Russland.

Die «Manifesta 10» in Russland.

Keystone

Der Kantonsrat hat am Montag den einmaligen Beitrag mit 108 gegen 55 Stimmen gutgeheissen. Gegen eine Beteiligung stimmten SVP und EDU.

Die «Manifesta» wird seit 1996 an jeweils wechselnden Orten durchgeführt. Sie zeige lokale, nationale und internationale Kunst und sei neben der Biennale Venedig und der Documenta Kassel die anerkannteste Ausstellung für Gegenwartskunst, sagte der Präsident der Finanzkommission, Jean-Philippe Pinto (CVP, Volketswil).

Das Budget für den Grossanlass beträgt etwas mehr als 5 Millionen Franken. Der Kantonsbeitrag von 1,5 Millionen sei ein maximales Kostendach, betonte Pinto. Darüber hinaus werde der Kanton keine Einzelprojekte gesondert unterstützen.

Mit Ausnahme von SVP und EDU stellten sich sämtliche Fraktionen hinter die Biennale-Beteiligung des Kantons. Die Befürworter werteten den Anlass unisono als Chance für Zürich. Er biete die Möglichkeit, Zürich als Kulturstandort weit über die Schweiz hinaus zu positionieren.

Anlass mit Strahlkraft

Die «Manifesta» habe internationale Strahlkraft und sei für weite Teile der Bevölkerung attraktiv, stellte Marcel Lenggenhager (BDP, Gossau) fest. Die bisherigen Austragungen hätten über 100'000 Menschen angezogen. Dem Publikum ein solches Ereignis vorenthalten zu wollen, sei unverständlich.

Auch Michael Zeugin (GLP, Winterthur) steht zur «Manifesta» - auch wenn einige Fragezeichen gesetzt werden müssten. Kritik üben könne man beispielsweise am tiefen Selbstfinanzierungsgrad oder am Einbezug von Aargauer Gemeinden ohne Kostenbeteiligung.

Harsche Kritik von SVP und EDU

Kein gutes Haar an der «Manifesta 11» liessen SVP und EDU. Margrit Haller (SVP, Kilchberg) sprach von einem «Goldesel». Davon profitierten jedoch nicht in erster Linie die Kunstschaffenden, sondern die Organisatoren. Das Gesuch der Stadt Zürich um eine Kostenbeteiligung des Kantons bezeichnete sie als «recht frech». «Man hätte auch vor der Bewerbung danach fragen können.»

Heinz Kyburz (EDU, Männedorf) schliesslich kritisierte, dass das Thema der «Manifesta» noch gar nicht festgelegt sei. «Wir kaufen damit nicht nur eine Katze im Sack, es könnte auch eine Schlange darin verborgen sein.» Welch «hirnverbrannten Blüten» die Kunst hervorbringen könne, zeige das diesjährige Zürcher Theaterspektakel, wo man Schauspieler nackt über die Bühne tanzen lasse.