Zürich
Zürcher Kantonsrat gegen mehr Geld für Berufsbildungsfonds

Juso-Präsident Fabian Molina ist am Montag mit einer Einzelinitiative im Zürcher Kantonsrat gescheitert, mit der er mehr Geld für den Berufsbildungsfonds forderte. In den Fonds zahlen Arbeitgeber, die keine Lehrlinge ausbilden, Beiträge ein.

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Jeder vierte Lernende ist mit der Lehre unzufrieden.

Jeder vierte Lernende ist mit der Lehre unzufrieden.

Keystone

Statt der nötigen 60 gab es nur 39 Stimmen für eine vorläufige Unterstützung.

Fünf Jahre nach der Einführung habe sich gezeigt, dass das System funktioniere, sagte Molina. Der Fondsbestand werde in den nächsten Jahren stark absinken, eine Erhöhung auf 40 Millionen Franken sei deshalb nötig.

Die Berufslehre sei nach wie vor sehr erfolgreich, jeder vierte Lernende sei aber mit der Lehre unzufrieden, und 55 Prozent der Lernenden hätten noch nie eine Kontrolle durch das Berufsbildungsamt erlebt. Dies sei "eine gefährliche Entwicklung".

Für die vorläufige Unterstützung der Einzelinitiative stimmte vor allem die SP. Das ursprüngliche Ziel, mehr Lehrstellen zu schaffen, sei einigermassen erreicht, sagte Jacqueline Peter (SP, Zürich). Nach der Quantitätssicherung gehe es nun um die Qualitätssicherung. Die Einzelinitiative komme zur richtigen Zeit.

Angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds kommt der Vorstoss dagegen nach Ansicht von Christoph Ziegler (GLP, Elgg) zur falschen Zeit. Gerade von kleinen Betrieben sollten nicht noch höhere Beiträge verlangt werden. Auch Stefan Hunger (BDP, Mönchaltorf) wehrte sich dagegen, die KMU noch stärker zu belasten.

Die Initiative, die mehr Kontrollen fordere, sei ein "Misstrauensvotum gegen die Lehrbetriebe", kritisierte Dieter Kläy (FDP, Winterthur). Dies könne seine Fraktion nicht unterstützen. Laut Kaspar Bütikofer (AL, Zürich) ist der Fonds "nicht dazu da, allgemeine Steuermittel zu ersetzen". Für die Finanzierung von Kontrollen sei nicht der Berufsbildungsfonds zuständig.