Energie
Zürcher Kantonsrat diskutiert über Heizpilze und Wolldecken

Sollen sich fröstelnde Raucher an einem Heizpilz wärmen dürfen oder gehören diese CO2-Schleudern verboten? Über diese Frage diskutiert am Montag der Zürcher Kantonsrat bei der Beratung des neuen Energiegesetzes.

Merken
Drucken
Teilen
Heizpilze sollen seltener werden

Heizpilze sollen seltener werden

Limmattaler Zeitung

Das geltende Gesetz stammt aus dem Jahr 1983 und ist in Sachen Umweltschutz nicht mehr zeitgemäss. Der Regierungsrat will im neuen Gesetz mehrere Massnahmen unterbringen, um den CO2-Ausstoss des Kantons und die Abhängigkeit von fossiler Energie zu senken.

Unter den beantragten Änderungen ist etwa die obligatorische Installation von individuellen Heiz- und Warmwasserkostenzählern, die bisher nur bei Neubauten Pflicht war. Verbieten will der Regierungsrat zudem energiefressende Elektroheizungen.

Den Grünen, den Grünliberalen und der SP gehen die Vorhaben des Regierungsrates und der zuständigen Kommission teilweise zu wenig weit. Sie fordern unter anderem, dass Gemeinden mit über 3000 Einwohnern eine Energieplanung durchführen und Neubauten höchstens 60 Prozent ihres Energiebedarfs mit Heizöl oder Atomstrom decken dürfen.

Ausnahme für Raucher geplant

Angesichts des gesamten CO2-Ausstosses des Kantons Zürich sind die Heizpilze zwar ein verschwindend kleines Problem, die Geräte dürften am Montag aber dennoch für Diskussionen sorgen. Das neue Energiegesetz will die Heizpilze nämlich im Grundsatz verbieten, für fröstelnde Raucher aber eine Ausnahme machen.

Das neue Gesetz will einen einzigen Heizpilz vor einem Gastrobetrieb zulassen, damit die nach draussen verbannten Raucher nicht schlottern müssen. Die Stadt Zürich jedoch hat die Geräte vor einigen Jahren komplett verboten und wehrt sich dagegen, die «Klimakiller» wieder zuzulassen.

Heizpilze nur von März bis Oktober

Die zuständige Kommission bemühte sich um einen Kompromiss, der die Heizpilze zwar ebenfalls zulassen würde, aber nur solche mit einer Maximalleistung von 8 Kilowatt und zwischen dem 1. März und dem 31. Oktober, also an kühlen Frühlings- oder Spätsommerabenden.

Ein gasbetriebener Heizpilz kann je nach Modell jede Stunde die Energie von eineinhalb Litern Benzin verbrennen. Seit 1995 sind im Kanton Zürich Heizungen im Freien verboten - allerdings gilt dieses Verbot nur für fest installierte Anlagen, nicht für mobile Geräte wie die umstrittenen Pilze. (sda)