Suchtprävention
Zürcher Jugendliche kommen leicht an Alkohol

Deutlich mehr Geschäfte in der Stadt Zürich, die 2015 mit Testkäufen kontrolliert worden sind, haben Alkohol an Jugendliche verkauft, die noch zu jung dafür waren. An Festveranstaltungen kamen die jugendlichen Testkäufer fast in allen Betrieben an den Alkohol.

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Jugendliche Testkäufer kamen leicht an Alkohol.

Jugendliche Testkäufer kamen leicht an Alkohol.

KEYSTONE

In jedem zweiten getesteten Geschäft erhielten unter 16-Jährige Bier und Wein beziehungsweise unter 18-Jährige Spirituosen und Alcopops. An Festveranstaltungen kümmerten sich gar acht von zehn Betrieben nicht um die Altersschranken. Bei 24 Tabak-Testkäufen erhielten die 14- und 15-Jährigen in 23 Prozent der Fälle das Gewünschte.

Die Zahl der Verstösse ist damit deutlich gestiegen. Bei den Testkäufen im Jahr 2014 hatten 40 Prozent der getesteten Betriebe Alkohol und 20 Prozent Tabakwaren an zu junge Käuferinnen und Käufer abgegeben.

Die Stadtpolizei führte 104 Alkohol-Testkäufe zusammen mit dem Blauen Kreuz und der Suchtpräventionsstelle der Stadt Zürich in verschiedenen Stadtreisen durch, wie sie am Dienstag mitteilte. Besonders in Visier genommen wurden Kioske, Verkaufsläden, Tankstellenshops Restaurants und Festwirtschaften. Testkäufer sind jeweils Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren.

Laut Mitteilung wurden die fehlbaren Verkäuferinnen und Verkäufer zu Handen des Stadtrichteramtes verzeigt. Die Patentinhaber der jeweiligen Betriebe müssten mit "empfindlichen verwaltungsrechtlichen Massnahmen" rechnen. Das könne bis hin zu einem befristeten Alkohol-Verkaufsverbot oder einem Patententzug gehen.

In einigen Betrieben seien als Folge der Testkäufe Schulungen des Verkaufspersonals angeordnet worden. Einzelne Patentinhaber wollten auch in ein neues Kassensystem investieren, das unter anderem mit Warnmeldungen das Personal darauf hinweise, das Alter der Kundin oder des Kunden sei zu überprüfen.