Neue Idee
Zürcher Hoteliers prüfen eine Hoteltaxe fürs Kongresszentrum

Die Zürcher Hoteliers können sich vorstellen, das geplante Kongresszentrum substanziell mitzufinanzieren. Die Generalversammlung des Zürcher Hotelierverbandes erteilte ihrem Vorstand den Auftrag, entsprechende Finanzierungsmodelle auszuarbeiten.

Michael Rüegg
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Blick vom PrimeTower auf das Geroldareal, das einen der möglichen Kongresshaus-Standorte darstellt.mts

Blick vom PrimeTower auf das Geroldareal, das einen der möglichen Kongresshaus-Standorte darstellt.mts

Laut Präsident Jörg Arnold vom Hotel Storchen könnten die Hoteliers 40 bis 50 Millionen Franken an den Bau eines neuen Kongresszentrums beitragen.

Allerdings nicht die Hotels selber, sondern die Gäste sollen dafür bezahlen. Die Rede ist von einer Kongresshaus-Taxe von Fr. 2.50 pro Übernachtung, analog zur existierenden City-Tax. Diesen Beitrag erheben die Hoteliers seit langem zugunsten des Marketingbudgets von Zürich Tourismus.

Luzerner KKL als Vorbild

Arnold führte als Beispiel die Stadt Luzern an. Dort bezahlten die Hotels einst rund acht Millionen an den Bau des Kultur- und Kongresszentrums (KKL). Möglich wären laut Arnold auch abgestufte Modelle: Ein Gast eines Einstern-Hotels würde beispielsweise 1.50 Franken bezahlen, in einem Fünfsternehaus würde die Taxe 4.50 Franken betragen. Auch die Nähe zu Zürich könnte ein Kriterium für die Höhe des Betrags werden. Skepsis äusserte ein Vertreter der Agglomerationshotels gegenüber diesen Ideen dennoch.

Erhoben werden könnte eine derartige Sondertaxe während rund fünf Jahren. Die Finanzierung würden unter dem Stichwort «Private Public Partnership» laufen. Arnold und sein Vorstand sind der Meinung, ein grosser Beitrag an die Kosten des Projekts würde bei der Bevölkerung Goodwill schaffen. Hat Zürich erst ein neues Kongresszentrum, rechnen die Hoteliers mit zusätzlichen Einnahmen. «Wir gehen von rund 300 000 bis 500 000 zusätzlichen Logiernächten pro Jahr aus», so Arnold.

Stadtpräsidentin Corine Mauch, die als Gast an der Generalversammlung teilnahm, begrüsste die Idee des Verbandes, mit der öffentlichen Hand zusammenzuarbeiten. Allerdings erinnerte Mauch daran, dass der Markt für Kongresse derzeit stagniere. «Zudem hat Zürich mit dem künftigen sanierten Kongresshaus am See sowie dem geplanten Kongresszentrum im ‹Circle› am Flughafen gleich zwei weitere Zentren, die ebenfalls genutzt werden müssten», so Mauch. Punkto Standort sei noch kein definitiver Entscheid gefallen. «Jeder der möglichen Standorte hat aber seinen Pferdefuss», so Mauch.

Mit 47 zu 23 Stimmen erteilte die Versammlung dem Vorstand den Auftrag, Modelle zur Mitfinanzierung zu erarbeiten. Resultate will dieser frühestens nach den Sommerferien vorstellen.