Wahlen 2011
Zürcher Hauptbahnhof wird zur Wahlplattform für Parteien

Der Hauptbahnhof Zürich wird am (morgigen) Donnerstag zur Wahlplattform: Die SBB geben acht Parteien, die in den eidgenössischen Räten vertreten sind, Gelegenheit, sich und ihr Wahlprogramm in der Bahnhofshalle zu präsentieren.

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Hauptbahnhof Zürich: Hier sollen die Partien die Wähler informieren können

Hauptbahnhof Zürich: Hier sollen die Partien die Wähler informieren können

Keystone

Die SBB wolle damit einen Beitrag zum direktdemokratischen Dialog und zu einer möglichst hohen Wahlbeteiligung an den eidgenössischen Wahlen vom 23. Oktober leisten, teilte sie am Mittwoch mit. Die Parteien erhielten die Möglichkeit, im stark frequentierten HB Zürich mit täglich rund 350'000 Passanten ihre politischen Anliegen gegenüber den potenziellen Wählerinnen und Wählern zu vertreten.

Eine Kundenbefragung habe gezeigt, dass politische Aktionen einzelner Parteien in den Bahnhöfen nur wenig Akzeptanz finden, heisst es in der Mitteilung. Die SBB habe deshalb entschieden, auf flächendeckende politische Wahlpromotionen in den Bahnhöfen zu verzichten.

Als Alternative dazu stelle sie den Parteien am Donnerstag je 50 Quadratmeter Eventfläche in der Bahnhofshalle gratis zur Verfügung. Die Parteien erhielten damit eine «neutrale Plattform auf einem der begehrtesten Eventplätze der Schweiz» für ihren Auftritt. Eingeladen sind FDP, CVP, SVP, SP, Grüne, EVP, GLP und BDP.

Eine Flut von SVP-Plakaten im August hatte in den letzten Wochen eine Kontroverse um die Politwerbung im Zürcher Hauptbahnhof ausgelöst. Viele Passanten fühlten sich «erdrückt» von den Plakaten «Masseneinwanderung stoppen» und «Wir wählen SVP», die sich über den gesamten Kopf der Perrons erstreckten,

Nach «extrem vielen Reklamationen» von Bahnkunden ersuchte die SBB ihre Werbepartnerin Impacta, künftig auf die Belegung der gesamten Werbefläche durch eine einzige Partei zu verzichten. Die SVP kritisierte die Änderung der Spielregeln als Zensur. Die SBB greife damit einseitig in den Wahlkampf ein.