Bildung
Zürcher Gymi-Anwärter seid brav: Neu zählt auch eure Verhaltensnote

Der Bildungsrat Zürich hat ein neues Modell für die Aufnahmeprüfung ans Kurzzeit-Gymi verabschiedet. Neu zählen wieder die Vornoten – und auch das Verhalten in der Sek.

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Der Bildungsrat hat das neue Modell für das Schuljahr 2019/20 vorgelegt.

Der Bildungsrat hat das neue Modell für das Schuljahr 2019/20 vorgelegt.

Keystone

Wer in Zürich ins Gymnasium will, muss vorher erst eine Prüfung ablegen. Seit einigen Jahren werden die Noten aus der Sek nicht mehr angerechnet. Diese Änderung der Aufnahmebedingungen stand seit Einführung unter Beschuss, schliesslich verlangte 2015 der Kantonsrat vom Bildungsrat ein neues Modell, bei dem die Vornoten der Sekschüler wieder «angemessen» berücksichtigt werden.

Wie der «Tages Anzeiger» berichtet, hat der Zürcher Bildungsrat nun ein solches Modell vorgelegt. Ab dem Schuljahr 2019/20 werden die Vornoten für die Aufnahmeprüfung ans Kurzzeitgymnasium wieder mitgezählt.

Die neue Regelung

Ein Novum in der Schweizer Bildungslandschaft ist die Berücksichtigung des Arbeits- und Lernverhaltens bei der Prüfungsnote. «Wir sind ein bisschen stolz darauf, die Ersten zu sein, die nicht nur Fachnoten, sondern auch das Lernverhalten für einen Übertritt ins Gymnasium berücksichtigen», sagt Hans-Martin Binder, stellvertretender der kantonalen Bildungsplanung. Auch Martin Zimmermann, Rektor der Kantonsschule Zürcher Oberland, begrüsst den Schritt: «Das Verhalten zeigt die Schulaffinität des Jugendlichen und sagt etwas aus über die Bereitschaft, weitere drei oder vier Jahre zur Schule zu gehen.»

Berücksichtigt werden die Zeugniseinträge beim «Arbeits- und Lernverhalten». Beurteilungen zum «Sozialverhalten» zählen jedoch nicht. Eine weitere Änderung: Französisch wird abgeschafft – zumindest bei der Aufnahmeprüfung. Die Vornoten für das Fach zählen weiterhin, weshalb die Verantwortlichen auch nicht von einer Schwächung der Landessprache, sondern einer Stärkung sprechen: «Wir stärken das Fach in der Sek. Für die Vornote müssen die Schüler über eine längere Zeit gute Leistungen erbringen», so Binder.