Zürich
Zürcher Gemeinderat will Berufserfahrungsjahr für städtische Lehrabgänger

Wer bei der Stadt Zürich eine Lehre abschliesst und danach keine Stelle findet, den kann die Stadt während eines Jahres weiterbeschäftigen. Das Stadtparlament stimmte am Mittwoch der definitiven Einführung des Berufserfahrungsjahres zu.

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Lernende der Stadt bekommen eine Anschlusslösung

Lernende der Stadt bekommen eine Anschlusslösung

Keystone

Das Pilotprojekt dauerte von 2008 bis Ende August 2011. Lehrabgänger und Lehrabgängerinnen der Stadtverwaltung Zürich konnten sich für eine befristete Jahresstelle bewerben. Voraussetzung war, dass sie sich intensiv, aber vergeblich um eine andere Stelle bemüht hatten.

10 Prozent ohne Lösung

Eine SP-Vertreterin sprach am Mittwoch von einer Erfolgsgeschichte. Weniger als 10 Prozent der Teilnehmenden hätten ein halbes Jahr nach dem Berufserfahrungsjahr keine Anschlusslösung gehabt. Die Arbeitslosigkeit werde also nicht einfach hinausgezögert.

Zudem seien die Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger sehr motiviert gewesen, sagte die Sprecherin zur Auswertung der Pilotphase weiter. Die Nachfrage sei so gross gewesen, dass nicht alle Bewerbungen hätten berücksichtigt werden können.

Gegen die definitive Einführung war die SVP. Ein Sprecher plädierte für die Eigenverantwortung der Lehrabgänger, zudem sei das Projekt mit jährlichen Kosten von 1,69 Millionen Franken zu teuer. Die Gegner blieben aber erfolglos: Das Parlament stimmte am Mittwoch mit 96 Ja- zu 23 Nein-Stimmen dem Projekt zu.

Damit wird das Berufserfahrungsjahr 2012 definitiv eingeführt. Angeboten werden in der Stadtverwaltung 30 Vollzeitstellen, die auf ein Jahr befristet sind. Die Stellen können im Voll- oder Teilzeitpensum besetzt werden. In der Zürcher Stadtverwaltung schliessen jährlich rund 250 Lernende die berufliche Grundbildung ab. (sda)