Strassenverkehr
Zürcher Gemeinderat: Die Stadt solle schnelle Velorouten erhalten

Veloschnellrouten für Zürich: Der Zürcher Gemeinderat hat am Mittwoch eine Motion der SP und GLP überwiesen, die den Bau von Veloschnellrouten fordert. Der Stadtrat soll nun eine entsprechende kreditschaffende Weisung ausarbeiten. Zudem erhalten die Bewohner des Freilager-Areals einen neuen Veloweg.

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In der Motion der SP und GLP geht es konkret um vier über die ganze Stadt verteilte Velorouten. (Symbolbild)

In der Motion der SP und GLP geht es konkret um vier über die ganze Stadt verteilte Velorouten. (Symbolbild)

Keystone/GEORGIOS KEFALAS

Veloschnellrouten sind längere und durchgängige Routen, auf denen Velofahrerinnen und -fahrer möglichst störungsfrei und ungehindert vorankommen. Sie sind genügend breit und kreuzungsarm. Konkret geht es in der Motion um vier über die ganze Stadt verteilte Routen. Diese wurden mittels Textänderung sogar noch verlängert.

Neu ist die Idee nicht: Der Gemeinderat hatte die Strassenabschnitte in der Revision des regionalen Richtplans im April 2016 als Velostrassen beantragt. Der Regierungsrat, der den Richtplan der Stadt Zürich daraufhin prüfte und festsetzte, strich sie jedoch wieder.

Die Motionäre sind jedoch davon überzeugt, dass es in Zürich Veloschnellrouten braucht. "Die Velosituation in Zürich soll sich verbessern", sagte der SP-Sprecher. Die Befürworter versprechen sich mit den neuen Routen zudem mehr Sicherheit - sowohl für Velofahrer als auch für Fussgänger, da es eine klare Trennung gebe.

Angst vor mehr Unfällen

Der Stadtrat lehnte die Motion vergeblich ab - er wollte sie als Postulat entgegennehmen. Die Motion sei nicht umsetzbar, sagte der zuständige Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP). Die Umsetzung der kompletten Routen erfordere zudem den Umbau langer Strassenabschnitte und umfasse Baukosten von mehreren Millionen Franken. Da es eine Planungsfrage sei, befürworte er aber ein Postulat.

Auch die CVP, die FDP und die SVP sprachen sich gegen die "Veloraserstrecken" aus. Sie befürchteten unter anderem mehr Unfälle, denn die Fahrweise werde schneller und rücksichtsloser. Nachdem sie vom Regierungsrat gestrichen worden seien, handle es sich beim Vorstoss um "pure Quengelei".

Schliesslich sprach sich der Gemeinderat mit 69 Ja- zu 46 Nein-Stimmen für die Motion aus.

Neuer Veloweg zum Albisriederplatz

Zudem überwies der Gemeinderat mit 83 zu 32 Stimmen ein Veloweg-Postulat der FDP und GLP an den Stadtrat. Dieser soll nun prüfen, wie zwischen dem neuen Wohnquartier auf dem ehemaligen Zollfreilager-Areal und dem Albisriederplatz ein Veloweg realisiert werden kann, ohne den Fussweg aufzuheben.

Die Verbindung Rautistrasse-Hubertus-Albisriederstrasse ist laut den Postulaten zwar die direkteste Verbindung zwischen dem Freilager und dem Albisriederplatz - aufgrund der fehlenden Velofahrbahn aber auch sehr gefährlich. Der Veloweg sei daher ein grosses Bedürfnis.

SVP und Grüne vereint

Widerstand gab es von der SVP und zur Überraschung aller von den Grünen - eine seltene Kombination. Während es in den Augen der SVP schlicht keinen Platz für einen Veloweg gibt, lehnten die Grünen das Postulat wegen "einer der schönsten Baumalleen der Stadt" im Bereich des Friedhofs Sihlfeld ab. Sie forderten vergeblich eine Textänderung: Auf das Fällen von Bäumen soll verzichtet werden.

Laut den Postulanten muss die neue Route aber auch nicht zwingend über die genannten Strassen zum Albisriederplatz führen. Damit konnte auch der zuständige Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP) leben, der das Postulat anfänglich ablehnte.

Denn die Verbindung Rautistrasse bis Hubertus sei bereits geplant und soll bis etwa 2020 erstellt sein. "Weiter geht es aber nicht; wir haben keinen Spielraum", sagte Leutenegger. Sie würden aber ab Hubertus Alternativen zur Albisriederstrasse suchen - zum Beispiel über den Letzigraben oder direkt über den Friedhof Sihlfeld.