Chemie
Zürcher Forscher schicken Krebsmedikament zum richtigen Ort in einer Zelle

Zürcher Chemikern ist es im Labor gelungen, einen potenziellen Krebswirkstoff gezielt an seinen Bestimmungsort in der Zelle anzukoppeln.

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(Symbolbild)

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Er befindet sich an einer bestimmten Stelle auf der Ribonukleinsäure (RNS), die bei diversen Erkrankungen ein idealer Angriffspunkt sein könnte.

«Die RNS ist der Schlüssel zu unzähligen Prozessen in der lebenden Zelle», erklärte Studienmitautor Roland Sigel gemäss einer Mitteilung der Uni Zürich (UZH) vom Dienstag. Sie setzt genetische Information in Proteine um, weshalb hier ansetzende Medikamente unmittelbar in den Zellstoffwechsel eingreifen könnten.

Der von den Zürchern entwickelte Metallkomplex passt haargenau in eine bestimmte Stelle des RNS-Moleküls, eine Y-förmigen Gabelung. Dies berichtet das Team um Roland Sigel und Eva Freisinger im Fachblatt «Angewandte Chemie». Dies belege erstmals, dass diese Stelle der RNS Erkennungspunkt für einen konstruierten Metallkomplex sein kann.

Der Vorteil dieser Präzision: Medikamente, die direkt am Wirkungsort ansetzen, könnten niedriger dosiert werden und hätten dadurch oft weniger Nebenwirkungen, schreibt die UZH. Der Metallkomplex besitzt zudem möglicherweise krebshemmende Eigenschaften, indem er die Energiezufuhr der Krebszellen drosselt, was zu deren Tod führt.

Andere Anwendungen für solche Verbindungen, welche die RNS beeinflussen, sehen die Forscher etwa bei Autoimmunerkrankungen. Auch Resistenzen gegen Wirkstoffe könnten durch dieses System umgangen werden.