Zürich
Zürcher Fachstelle FIZ betreut 200 Betroffene von Frauenhandel

Die Zürcher Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration FIZ hat im vergangenen Jahr 198 Betroffene in ihrem Opferschutzprogramm betreut. Seit fünf Jahren bewege sich die Zahl der Fälle auf hohem Niveau.

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Demonstration gegen Frauenhandel (Symbolbild)

Demonstration gegen Frauenhandel (Symbolbild)

Keystone

Im letzten Jahr haben 406 Migrantinnen in der FIZ Rat gesucht, 270 Frauen kamen zum ersten Mal in die Beratungsstelle. Die Zahl der Neuaufnahmen ist im Vergleich zum Vorjahr (2012: 327 neue Fälle) zurückgegangen, teilte die FIZ am Mittwoch mit.

Die Beratungen seien aber intensiver gewesen und hätten mehr Zeit in Anspruch genommen, heisst es im Jahresbericht. Gemäss Bericht ist die Lage von Sexarbeiterinnen in der Stadt Zürich nach Einführung der neuen Prostitutionsgewerbeverordnung (PGVO) prekär geworden.

Mit der PGVO ist die Strassenprostitution in Zürich nur noch auf dem neuen Strichplatz in Altstetten, in der Brunau und an der Zähringerstrasse erlaubt. Freier und Prostituierte, die am bisherigen Strassenstrich - dem Sihlquai - oder im Kreis 4 erwischt werden, erhalten eine Busse.
Interventionsstelle Makasi

Die Interventionsstelle für Opfer von Frauenhandel Makasi zählte im vergangenen Jahr 198 Fälle von Frauenhandel. Dies sind leicht weniger als im Vorjahr (2012: 209). 85 der 198 Fälle kamen neu dazu. 48 davon stammen aus Stadt und Kanton Zürich. Dass die Mehrheit der Fälle aus dem Kanton Zürich kommen, liege daran, dass Ausbeutung und Gewalt in Zürich besser erkannt würden als anderswo in der Schweiz.

Die Mehrheit der Frauen wurde im Sexgewerbe ausgebeutet, weitere in der Hausarbeit, Gastronomie und Reinigung. 26 Frauen kamen aus Ungarn, 15 aus Rumänien und neun aus Thailand.

2013 traten 21 Frauen in die Schutzwohnung ein. Das sind acht weniger als im Vorjahr. Die Belegungsquote lag 2013 dennoch höher als im Vorjahr, da die Bewohnerinnen sich länger in der Wohnung aufhielten.